Seite vorlesen:
Der Daimler-Konzern in Stuttgart hat seine Bilanz für das vergangene Jahr 2011 präsentiert. Der Autobauer hat so viele Autos wie noch nie verkauft. Mit sechs Milliarden Euro ist das der größte Gewinn in der Unternehmensgeschichte.
Daimler-Chef Zetsche bleibt auch für 2012 optimistisch. Trotz der Konjunktursorgen in Europa will der Stuttgarter Autobauer weiter wachsen. Daimler peilt dank der guten Perspektiven in Asien und Nordamerika weitere Absatz- und Umsatzrekorde an - nachdem der Konzern bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr neue Höchststände erreicht hat.
Die höchste Ergebnisbeteiligung
Daimler zahlt mit 4.100 Euro die höchste Erfolgsbeteiligung der Unternehmensgeschichte. Dieser Betrag geht an alle anspruchsberechtigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Höhe der jährlichen Ergebnisbeteiligung orientiert sich stets am jeweiligen Geschäftserfolg des Unternehmens im zurückliegenden Jahr.
Sechs Milliarden Euro bleiben als Gewinn in den Daimler-Kassen, der Umsatz lag deutlicher als erwartet über der 100-Milliarden-Euro-Marke. Doch was wie eine Erfolgsmeldung klingt, stellt Konzernchef Zetsche nicht zufrieden. Der Grund: Audi und BMW waren noch besser. Daimler möchte wieder zurück an die Spitze, investiert deshalb massiv in neue Modelle und umweltfreundliche Antriebe. Im Sommer soll mit dem E-Smart ein Elektrofahrzeug zu den Händlern kommen, das unter 20.000 Euro kosten soll – quasi als Einstiegsmodell in die E-Mobilität. Die Produktoffensive drückt den Gewinn, er soll trotz erwarteter Umsatzsteigerungen in diesem Jahr nicht steigen. Die Aktionäre dürften dennoch zufrieden sein: Sie bekommen mit 2,20 € eine deutlich höhere Dividende. Und auch die Beschäftigten dürfen sich über eine Gewinnbeteiligung von 4.100 Euro pro Mitarbeiter freuen.
| 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz in Mrd | 99,4 | 98,5 | 78,9 | 97,8 | 106,5 |
| Gewinn (Konzern) in Mrd | 3,98 | 1,4 | -2,6 (Verlust) | 4,7 | 6 |
| Absatz PKW in Mio | 1,28 | 1,27 | 1,09 | 1,28 | 1,38 |
| Dividende | 2,00 € | 0,60 € | 0 € | 1,85 € | 2,20 € |
Nach dem Rekordjahr 2011 bläst der Automanager erneut zur Attacke auf Audi und BMW. Die derzeit viel erfolgreicheren Konkurrenten will Daimler in den nächsten Jahren einholen. Bis 2020 wollen die Stuttgarter die Nummer eins sein. Und in diesem Wettrennen um den Spitzenplatz macht Daimler immer mehr Boden gut. Dabei muss der Daimler-Boss damit rechnen, dass auch die Konkurrenz weiter Gas geben. Die beiden Wettbewerber Audi und BMW werden immer mehr Modell auf den Markt bringen und die Kosten weiter drücken. Dennoch glaubt der Stuttgarter Automanager fest an sein Ziel, die neue Nummer eins zu werden.
Bei der Aufholjagd setzt Daimler auf Kooperationen wie beispielsweise mit Renault-Nissan, aber auch auf ein Modellfeuerwerk. Alleine in diesem Jahr bringen die Stuttgarter insgesamt sechs neue Fahrzeuge an den Start. Darunter die A-Klasse. Mit ihr will Mercedes vor allem bei den jungen Autokäufern wieder stärker punkten. Und auch in Sachen E-Auto startet Daimler durch. Der neue Elektro-Smart wird für einen Preis von unter 20.000 Euro ab dem Sommer verkauft. Der Stuttgarter Autobauer gibt sich optimistisch. Trotz Abschwächung der weltweiten Konjunktur und der Eurokrise rechnet Daimler auch in diesem Jahr damit, die Zahl der verkauften Fahrzeuge weiter zu steigern.
Dabei setzte Daimler vor allem auf die Wachstumsmärkte USA und China. Doch auch für die Stuttgarter wachsen die Bäume nicht in den Himmel. Zwar plant der Konzern 2012 mehr Autos abzusetzen, aber beim Gewinn wird es nicht weiter nach oben gehen. Unter anderem belastet die Einführung neuer Modelle. So bleibt bis auf weiteres das vergangenen Jahr der Maßstab aller Dinge. Mit sechs Milliarden Gewinn und einem Umsatz von über 100 Milliarden konnten die Stuttgart ihrem 125. Jubiläumsgeschäftsjahr die Krone aufsetzen:
Peter Heilbrunner und Christof Gaißmayer; Online: Amélie Fröhner
Letzte Änderung am: 09.02.2012, 14.25 Uhr