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Im vergangenen Jahr hat die deutsche Wirtschaft neue Rekordwerte im Außenhandel erzielt: Die Exporte und die Importe kletterten auf Höchstwerte. Der Exportüberschuss lag bei 158 Milliarden Euro, aber er wird in diesem Jahr deutlich niedriger ausfallen. Ein Kommentar von Bernd Roling, SWR-Wirtschaftsredakteur.

Im vergangenen Jahr wurden 11,4 Prozent mehr Waren ins Ausland geliefert als 2010 - einer neuer Ausfuhrrekord, der sich in diesem Jahr nicht wiederholen wird! Denn in vielen Teilen der Weltwirtschaft hat sich das Wachstum abgeschwächt - und das trifft unsere Exporteure erheblich, daran gibt es keinen Zweifel! Hinzu kommt nun aber, dass die Importe nach Deutschland schneller zulegen als die Exporte ins Ausland. Das trägt ebenfalls dazu bei, dass die deutsche Exportüberschüsse abnehmen!
Also wird die Binnennachfrage immer wichtiger für unser Wachstum! Schon 2011 trugen die Verbraucher, die kräftig einkauften, und die Unternehmen, die am Standort Deutschland in neue Gebäude und Maschinen investierten, entscheidend zum Wachstum bei, der Außenhandel lieferte nur noch kleine Impulse. Und in diesem Jahr wird sich dieser Trend verstärken da hängt Wachstum nur noch am Binnenkonsum! Deshalb meine ich: Die gute Binnenkonjunktur muss durch Lohnabschlüsse unterfüttert werden, die den Spielraum von Inflation und Produktivitätssteigerung voll ausschöpfen. Natürlich werden viele exportabhängige Firmen schlechter verdienen als im Vorjahr, aber dafür haben die meisten 2010 und 2011 ein Polster angelegt. Das lässt sich nutzen.
Und noch eins: Wenn die Exportüberschüsse schrumpfen, dann hilft das den Deutschen auf dem internationalen Parkett! Denn dort - und zunehmend auch in der Euro-Zone - wird kritisiert, dass wir zu Ungleichgewichten im Welthandel beitragen und mehr für die Binnennachfrage tun sollten. Schon 2011 ist der Wert der Ausfuhren in die Euro-Zone nur um 8,6 Prozent gestiegen, während der Wert der Importe aus der Euro-Zone um fast 13 Prozent zulegte. Gut für unsere Nachbarn, die es derzeit nötiger haben als wir!
Kommentar von Bernd Roling; Online: Amélie Fröhner
Letzte Änderung am: 08.02.2012, 10.59 Uhr