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Die Finanzkrise verstärkt die Angst der Bundesbürger. In einer Umfrage fordern 77 Prozent mehr Schutz bei Finanzanlagen. Und sie fragen sich: Wo lege ich mein Geld richtig und sicher an? Ist Gold am besten? Der Expertentipp: Ruhe bewahren.
Hat Ihr Geld schon an Wert verloren? Können Sie im Supermarkt weniger einkaufen? Wenn Sie diese Fragen mit "Nein" beantworten, müssen Sie die Krise derzeit nicht fürchten. "Finanztest"-Chefredakteur Hermann-Josef Tenhagen erinnert daran, dass der Euro schon mal 1 Dollar 60 wert war, aber vor einiger Zeit auch bei 85 Cent lag. Auch damals ging für die Bürger der Euroländer die Welt nicht unter. Derzeit bewegt sich die Einheitswährung zwischen 1 Dollar 20 und 1 Dollar 30. Auch die - typisch deutsche - Angst vor einer Inflation sei "zumindest in den nächsten Jahren" unberechtigt. Bei einer Geldentwertung von derzeit unter zwei Prozent "hätte man in anderen Ländern eher Angst vor einer Deflation", sprich: dass die Menschen nichts mehr einkaufen.
Tenhagen bricht eine Lanze für Staatsanleihen, die im Zuge der Griechenland-Krise ins Gerede gekommen sind. Lange Zeit hätten sie prächtig funktioniert: "Wir Deutschen haben U-Bahn-Technik, Telefontechnik, Autos und U-Boote an Griechenland geliefert. Die Griechen haben das bezahlt, was gut für unsere Wirtschaft und für unsere Arbeitsplätze war. Bis vor kurzem hat sich niemand dafür interessiert, wo die Griechen das Geld denn hernahmen."
Tenhagen sieht den Euro derzeit nicht in Gefahr. Sollte er an Wert verlieren, würden wir das wohl nur "in Form steigender Lebenshaltungskosten zu spüren bekommen": Sprit sowie Heizöl und Gas werden dann tendenziell teurer - Reisen in Nicht-Euroländer ebenfalls. Der Finanztest-Chefredakteur sieht deshalb keinen Anlass, panisch seine eigene Anlagestrategie zu ändern. Er zahlt also auch in Zukunft seinen Immobilienkredit ab und setzt später auf eine betriebliche Altersvorsorge.
Andreas Braun
Letzte Änderung am: 12.05.2010, 09.11 Uhr