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FIFA WM 2010 27 Freunde sollt ihr sein

Das Ziel ist klar: Die Nationalmannschaft will bei der WM in Südafrika zum vierten Mal auf den Fußballthron. Bundestrainer Joachim Löw hat sich festgelegt und den erweiterten Kader benannt. Doch was taugen Jogis Jungs für die Herausforderung am Kap der Guten Hoffnung?

Bei der Nummer 1 zaudert der Bundestrainer noch. Als Torhüter sind Manuel Neuer von Schalke 04, Tim Wiese von Werder Bremen und Hans-Jörg Butt von Bayern München nominiert. Und das ist für SWR-Sportreporter Jens Jörg Rieck auch die Hackordnung, wenn es um die Nummer 1 im Tor der Nationalmannschaft geht. "Alle drei Keeper sind gut, haben Erfahrung im internationalen Fußballgeschäft", sagt Rieck.

Nominierte Torwarte Neuer, Butt, Wiese

Wer wird die Nr. 1? Manuel Neuer, Tim Wiese, Hans-Jörg Butt (v.li.)

Allerdings kann man ihre Einsätze bei Länderspielen der Nationalmannschaft an einer Hand abzählen: "Neuer zwei, Wiese zwei, Butt drei. Das ist super wenig", so Jens Jörg Rieck. "Wie haben eben keinen wie Oliver Kahn. Er hat 2002 entscheidend dazu beigetragen, dass Deutschland das Finale erreicht hat."

Jens Lehmann war kein Thema

Der Keeper des VfB Stuttgart hatte sich noch einmal Hoffnung auf eine Nominierung für die WM in Südafrika gemacht. Doch für den Bundestrainer stand Lehmann gar nicht zur Diskussion. Das war die richtige Entscheidung, findet SWR-Fußball-Experte Jens Jörg Rieck, und nicht nur, was den sportlichen Aspekt anbelangt: "Die Konstellation Lehmann plus Wiese wäre weitaus schwieriger gewesen, da sich beide nicht besonders mögen. Das hätte Unruhe ins Team gebracht. Insofern war es richtig, Hans-Jörg Butt als dritten Torwart mit nach Südafrika zu nehmen."

Die nominierten Spieler des VfB Stuttgart

VfB-Spieler im Nationalkader

VfB-Spieler: Serdar Tasci, Sami Khedira, Christian Träsch, Cacau (v.li.)

Wer ist Holger Badstuber?

Zwei Spieler hat der DFB erstmals in den erweiterten Kader für diese Fußball-WM aufgenommen. Das sind Dennis Aogo vom Hamburger SV und Holger Badstuber. Seit 2009 ist der 21-jährige Badstuber Innenverteidiger beim FC Bayern München. Damit bleibt Löw seiner Devise treu, jungen Talenten eine Chance zu geben. Allerdings muss sich Badstuber nach Meinung vieler Beobachter seinen Platz in der Abwehr erst noch erkämpfen. Er hat das Ticket nach Südafrika keineswegs schon in der Tasche.

Bayern-Block soll für Erfolg sorgen

Deutsche WM-Erfolge:
"54, 74, 90 ... 2010" Die Sportfreunde Stiller waren sich schon nach Platz drei bei der WM im eigenen Land sicher, dass es in Südafrika mit dem Titel klappt. Bislang hat es die DFB-Elf allerdings erst dreimal geschafft: 1954 mit Trainer Sepp Herberger, 1974 mit Helmut Schön und 1990 mit Teamchef Franz Beckenbauer.

Sieben Spieler im erweiterten Kader der Nationalmannschaft kommen vom neuen deutschen Meister Bayern München. Für SWR-Sportexperte Jens Jörg Rieck ist das eine logische Entscheidung des Bundestrainers: "Die Mannschaft spielt ein großes Saisonfinale. Das schafft Selbstvertrauen. Und sieben Bayern-Spieler waren auch bei der WM 1974 dabei. Und damals wurde Deutschland Weltmeister."

Hitzlsperger allein zu Hause

Thomas Hitzlsperger muss die WM in Südafrika als Zuschauer verfolgen. Ihm sei die Entscheidung schwer gefallen, sagte der Bundestrainer. Für SWR-Fußballreporter Jens Jörg Rieck ist dieser Beschluss genau richtig: "Hitzlspergers Wechsel zu Lazio Rom war verbunden mit der Hoffnung auf mehr Spielpraxis als zuletzt beim VfB Stuttgart. Herausgekommen sind drei Teileinsätze. Das ist zu wenig, um eine Alternative im deutschen defensiven Mittelfeld zu sein." Dort sind Bastian Schweinsteiger und Kapitän Michael Ballack gesetzt. "Und gegen die beiden kann Thomas Hitzlsperger nicht konkurrieren."

Solider Kader ohne Überraschungen

"Der Bundestrainer hat einen Kader ohne Überraschungen präsentiert", sagt Jens Jörg Rieck. "Insgesamt ist das eine gute Aufstellung. Das Team könnte bei der WM ein Stück vorankommen." Ob es bis ins Finale reicht, da hat der SWR-Fußballexperte seine Zweifel. "Aber vielleicht haben die anderen Mannschaften auf dem Weg zur WM auch noch Schwierigkeiten und kommen ins Stolpern."


Andreas Böhnisch, Jens Jörg Rieck

Letzte Änderung am: 06.05.2010, 12.46 Uhr