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Jahrelang "googelte" alle Welt, doch die Konkurrenz schläft nicht. Neue Suchmaschinen durchforsten gezielt das Web 2.0, andere versprechen dem User mehr Datenschutz. Wie gut sind die Alternativen und was unterscheidet sie vom Marktführer?

Das "Prinzip Google" ist simpel, erfolgreich und wird vielfach kopiert. Die Startseite konzentriert sich aufs Wesentliche und bietet nichts weiter, als "einen weißen Hintergrund, ein Suchfeld und einen Eingabe-Button", erklärt SWR3-Online-Redakteur Titus Gast. Für jede Eingabe spuckt Google eine Liste von Links aus, die zur Anfrage passen sollen. Diese Grundidee ist offenbar so überzeugend, dass sie von den meisten prominenten Suchmaschinen übernommen wird.
Für Spezialisten: Viele Suchmaschinen beschäftigen sich nur mit Twitter. Der User erfährt in "Echtzeit", was die Mitglieder dieses Forums bewegt. Ein Angebot, das Google noch nicht bieten kann. Andere Anbieter probieren einen radikal anderen Ansatz. Sie zeigen nicht die Links zu Seiten, sondern direkte Ergebnisse. Gibt man beispielsweise "Angela Merkel" ein, erscheinen Biographie-Daten und Bilder. Diese Technik steckt aber oft noch in den Kinderschuhen.
Manche User finden, dass Bing inzwischen bessere Ergebnisse liefert als Google. Vor allem in den USA findet das Microsoft-Produkt immer mehr Anhänger. Eine andere prominente Suchmaschine ist Ask.com, die einen zusätzlichen Service bietet. Titus Gast: "Hier bekommt der User auch verwandte Begriffe angezeigt. Wenn man mit einer Suche nicht weiterkommt, kann man da drauf klicken." Wer beim Datenschutz keine Kompromisse machen will, dem legt der SWR3-Online-Redakteur Ixquick ans Herz. "Das ist eine Suchmaschine, die mehrere andere Maschinen abklopft, und die User-Anfragen dabei anonymisiert weiterleitet."
Der SWR3-Online-Redakteur erklärt die größte Schwäche des Marktführers: "Wenn ich Titus Gast eingebe, dann bekomme ich Ergebnisse zu allen Menschen, die Titus heißen. Dann Theaterkritiken zu Shakespeares 'Titus Andronicus' und Tausende Foreneinträge, wo jemand etwas als 'Gast' eingeschrieben hat." Auch mit der Eingabe "Golf" ist Google überfordert: Woher soll die Maschine auch wissen, ob der User ein Auto sucht, sich für Geografie interessiert oder Sportfan ist. Auch hier bietet das Netz Lösungen. Titus Gast: "Es gibt Cluster-Suchmaschinen, die die Ergebnisse sortieren, so dass man sich in dem gewünschten Bereich weiter durchklicken kann."
Und wie finde ich die für mich passende Suchmaschine? Einfach "googlen", rät Gast. Da findet er oft Informationen in Fach-Blogs, die sich "leider meistens in Englisch über Google-Alternativen auslassen. So komme ich an Perlen der Suchtechnik."
Titus Gast (SWR3.online), Andreas Braun
Letzte Änderung am: 21.01.2010, 12.18 Uhr