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Vermummungsverbot für Narren?

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Laute Party? Auch an Fastnacht gilt: Ab 22 Uhr beginnt die Nachtruhe. Wer dagegen verstößt, verursacht unzulässigen Lärm und begeht eine nächtliche Ruhestörung. Das ist eine Ordnungswidrigkeit und kostet Bußgeld. Allerdings ist die Polizei gerade in den Karnevalshochburgen nicht so streng. Sie versucht zwischen dem Schlafbedürfnis der Berufstätigen und dem Feierbedürfnis der Narren zu vermitteln. Wenn die Beamten allerdings mehr als zweimal anrücken müssen, droht dennoch Ärger.

Laute Party? Auch an Fastnacht gilt: Ab 22 Uhr beginnt die Nachtruhe. Wer dagegen verstößt, verursacht unzulässigen Lärm und begeht eine nächtliche Ruhestörung. Das ist eine Ordnungswidrigkeit und kostet Bußgeld. Allerdings ist die Polizei gerade in den Karnevalshochburgen nicht so streng. Sie versucht zwischen dem Schlafbedürfnis der Berufstätigen und dem Feierbedürfnis der Narren zu vermitteln. Wenn die Beamten allerdings mehr als zweimal anrücken müssen, droht dennoch Ärger.

Arbeitsfrei für den Faschingstrubel? "Schmutziger Donnerstag", Rosenmontag oder Faschingsdienstag sind keine gesetzlichen Feiertage, sondern normale Arbeitstage. Auch das Gewohnheitsrecht hilft nicht weiter, denn Urlaub und Dienstbefreiung sind in Deutschland klar geregelt. Aber es gibt die so genannte betriebliche Übung: Wenn ein Arbeitgeber schon seit mindestens drei Jahren sein Unternehmen über Fastnacht dicht macht, dann ist das quasi Gesetz und man kann auch für die Zukunft freie Tage einplanen. Will der Chef das nicht mehr, dann muss er die Betriebsvereinbarung kündigen oder den Vertrag ändern.

Verletzungsgefahr? Wem beim Umzug das Bonbon oder ähnliches ins Auge fliegt, der hat schlechte Karten. Denn das "Kamelle"-Werfen ist weder strafbar, noch gibt es Schmerzensgeld. Anders ist es, wenn ein Karnevalist mit Absicht gezielt jemanden am Straßenrand treffen und sogar verletzen will. Das ist durchaus strafbar.

Schadensersatz? Wer an der "Weiberfastnacht" einen Schlips trägt, der ist selbst schuld. Das Krawattenabschneiden, hier von der Grünen-Politikerin Claudia Roth praktiziert, ist vom Tatbestand zwar Sachbeschädigung, aber sie ist nicht rechtswidrig. Der Träger willigt praktisch in den Verlust ein. Will er das nicht, dann hilft nur weglaufen.

Maskerade? Das Vermummungsverbot gilt nur für Demonstranten, nicht für Narren. An Fastnacht kann man fast anziehen, was man will - jedenfalls beim Umzug oder auf der Prunksitzung. Beim Autofahren darf die Augenklappe des Piraten oder die Zorro-Maske aber die Sicht nicht behindern, ansonsten handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit.

Freund und Helfer? Eines geht auch für Narren überhaupt nicht: Sich mit einer Polizeiuniform zu verkleiden, die so echt wirkt, dass eine Verwechslungsgefahr besteht oder gar eine aktuelle Uniform anziehen. Diese Beamtin ist übrigens echt.

Sicherheitsproblem? Eine Entwicklung sieht die Polizei sehr kritisch: Die Narrenzeit werde zunehmend als Plattform für Randale und andere kriminelle Vergehen genutzt, ähnlich wie bei anderen Großereignissen wie Fußballspiele. Sicherheitspersonal ist mittlerweile Standard bei Fastnachtsveranstaltung, auch die Polizei verstärkt ihre Vorkehrungen und erhöht nicht nur die Alkoholkontrollen an den "Tollen Tagen", damit am Aschermittwoch nicht wirklich alles vorbei ist.

Stand: 21.07.2014, 22.52 Uhr