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Umstrittene Zusammenarbeit mit Boehringer Ingelheim Uni Mainz will Verträge mit Stiftung ändern

Nach dem Wirbel um die Zusammenarbeit zwischen der Universität Mainz und der Boehringer-Ingelheim-Stiftung lenkt die Hochschule ein: Man werde die millionenschweren Forschungsverträge überarbeiten, sagte Uni-Präsident Krausch.

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Die Universität Mainz wird die Forschungsverträge mit der Boehringer-Ingelheim-Stiftung überarbeiten

Georg Krausch gestand ein, dass sich durch das gesamte Vertragswerk Fehler zögen. So könne die Boehringer-Ingelheim-Stiftung Einfluss auf Personalentscheidungen der Hochschule ausüben. Dieses gleiche einem Vetorecht. Nach Angaben von Krausch hat sich die Stiftung aber bisher noch nicht eingemischt. Trotzdem sollten die Verträge im Einvernehmen mit der Stiftung nun nachgebessert werden.

"Wie konnte das passieren, das so etwas in einem Vertrag steht?" fragte der SWR-Journalist Thomas Leif, der auf das Recht auf Vertragseinsicht geklagt hatte. Der Uni-Präsident antwortete: "Ich glaube, dass wir es an der Stelle wirklich nicht gesehen haben." Es sei auch wenig Zeit und auf beiden Seiten viel Euphorie gewesen. Leifs Anwalt Carl Christian Müller bezeichnete den Zustimmungsvorbehalt als einen "klaren Verstoß gegen geltendes Hochschulrecht". 

150 Millionen Euro für die Mainzer Biologie

Mit einer Spende von 100 Millionen Euro hatte die Stiftung 2011 die Gründung des Instituts für Molekulare Biologie (IMB) auf dem Campus der Uni ermöglicht. Zwei Jahre später spendete die Stiftung weitere 50 Millionen für die Neuausrichtung des Fachbereichs Biologie. Kritiker warfen danach die Frage auf, ob über die Stiftung des Pharmakonzerns kommerzielle Interessen Einfluss auf Forschungsinhalte und die Berufung von Professoren nehmen können. Beide Seiten hatten dies zurückgewiesen. 

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