Bitte warten...

Neues Schuljahr in Rheinland-Pfalz Flüchtlinge lassen Schülerzahl wachsen

Immer weniger Schüler, immer weniger Lehrer: Dieser jahrelang Trend ist gebrochen. Zum neuen Schuljahr werden deutlich mehr Kinder in den Klassen sitzen als 2015. Aber nicht nur ihre Zahl wächst.

Um das Video abspielen zu können, benötigen Sie Javascript. Bitte aktivieren Sie dies in Ihrem Browser.

2:00 min | Do, 25.8.2016 | 18:00 Uhr | SWR Fernsehen RP

Mehr Info

Neues Schuljahr

Land stellt mehr Lehrer ein

Im kommenden Schuljahr steigen die Zahlen der Schüler im Land - das Bildungsministerium hat deshalb neue Lehrer eingestellt. Gerade laufen noch die letzten Ferientage - Grund genug für Bildungsministerin Hubig, auf die aktuellen Zahlen zu schauen.

Am kommenden Montag starten 541.600 Kinder und Jugendliche ihr Schuljahr an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen - das sind 4.100 mehr als im Vorjahr. Der deutliche Zuwachs erklärt sich aus dem starken Zuzug von Flüchtlingsfamilien im vergangenen Jahr. Um alle Schüler unterrichten zu können, seien in diesem Schuljahr 270 neue Lehrerstellen geschaffen worden, sagte Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) am Donnerstag.

Das Ministerium hat keine genauen Zahlen, wie viele Flüchtlingskinder unterrichtet werden. Fachlich relevant sei, welche Kinder keine oder nur geringe Deutschkenntnisse haben und spezielle Intensivkurse besuchen sollen, sagte Hubig. "Dort sind auch welche dabei, die hier geboren sind, und die Sprache nicht ausreichend beherrschen." Auch viele Kinder von Eltern aus EU-Ländern besuchten diese Kurse. Laut Ministerin besuchten zum Ende des vergangenen Schuljahres rund 9.100 Schüler die Deutsch-Intensivkurse.

Hubig: Zahl der Intensivkurse verdreifacht

Die Sprachförderung ist ein Kraftakt für Schulen und Behörden: Die Zahl der Deutsch-Intensivkurse wurde laut Hubig innerhalb eines Jahres verdreifacht. Hinzu kommt Unterricht in den Erstaufnahmeeinrichtungen. 26,2 Millionen Euro werden in diesem Jahr insgesamt in Sprachförderung investiert. "Wir haben die Anstrengungen unglaublich vermehrt", sagte Hubig.

In den Intensivkursen erhalten die Kinder und Jugendlichen in der Schule speziellen Deutschunterricht, während ihre Klassenkameraden zur gleichen Zeit regulären Unterricht haben, bei dem es auf gute Deutschkenntnisse ankommt. "Sie nehmen aber dann an anderen Fächern teil, wo die Sprache nicht so stark im Mittelpunkt steht, zum Beispiel im Sport, aber auch in Mathematik, damit sie von Anfang an in den Klassenverband integriert werden", sagte Hubig.

Kritik von Lehrergewerkschaft und CDU-Opposition

Der Lehrergewerkschaft VBE reichen die 270 Neueinstellungen nicht. Nötig seien allein 250 zusätzliche Lehrer in den Grundschulen sowie 800 Lehrer für die Integration der Flüchtlinge. Es sei nicht klar, wie mit den wenigen neuen Lehrern die von der Ampelkoalition versprochene komplette Unterrichtsversorgung gedeckt werden kann, erklärte der VBE-Landeschef Gerhard Bold.

Auch die oppositionelle CDU-Fraktion ist mit der Planung des Bildungsministeriums nicht zufrieden. Die Gymnasien gingen in Bezug auf die Einstellungen von Lehrern fast leer aus, bemängelte die bildungspolitische Sprecherin Anke Beilstein. Das Ministerium verweist darauf, dass es in diesem Jahr durch die doppelten Abiturjahrgänge rund 2.500 weniger Schüler gebe - und sich die Zahl der Lehrer daran orientiere.

Aktuell in Rheinland-pfalz