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Versuchter Totschlag vor Wiesbadener Landgericht Frau mit Scherbe das Gesicht zerschnitten

Mit unglaublicher Brutalität soll ein Mann in Wiesbaden gegen eine Frau vorgegangen sein. Er schlug sie und zerschnitt ihr das Gesicht. Sie hatte sich lediglich über eine Ruhestörung beschwert.

Die beiden Angeklagten vor Gericht

Der Hauptangeklagte muss sich wegen versuchten Totschlages, der Mitangeklagte wegen Körperverletzung vor Gericht verantworten.

Im Sommer 2012, zur Zeit der Fußball-Europameisterschaft, war der Angeklagte mit einem Bekannten nachts in Wiesbaden unterwegs . Dabei hätten die Männer in eine laute Tröte geblasen, so die Staatsanwaltschaft. Darüber habe sich eine Gruppe Menschen beschwert.

Flasche auf Kopf gehauen

Im Verlauf der Auseinandersetzung schlug der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft einer Frau eine Flasche auf den Kopf, setzte sich auf sie und versuchte, sie an den Augen zu verletzten. Danach, so die Anklage, schnitt er ihr mit einer Scherbe der Flasche vom Haaransatz bis zum Hals durchs Gesicht. Der Schnitt sei einen Zentimeter tief gewesen, ein Muskel sei dabei durchtrennt worden.

Haupttäter und Bekannter angeklagt

Der Mann muss sich jetzt wegen versuchten Totschlages vor Gericht verantworten. Sein Bekannter, der bei der Tat dabei gewesen sein soll, muss sich wegen Körperverletzung verantworten. Er soll eine andere Frau geschlagen und sie davon abgehalten haben, einzugreifen.

Andere Version der Angeklagten

Beide Angeklagten präsentierten am Montag allerdings eine andere Version der Tatnacht. Zwar bestätigten beide, dass sie in dieser besagten Nacht während der Fußball-EM mit einer Gruppe von Leuten in Streit geraten waren, allerdings schildern die Angeklagten das Ganze so, als wären SIE massiv angegriffen worden und hätten sich ihrer Haut wehren müssen. Der Hauptangeklagte leugnet nicht, dass er die Frau schwer verletzte. Allerdings habe sie zuvor auf ihm gekniet und ihn gewürgt, und erst bei dem Versuch sich zu befreien, da müsse er ihr dann wohl versehentlich die kaputt gegangene Flasche ins Gesicht gestoßen haben. Das sei aber keine Absicht gewesen.

Wie geht es weiter?

Das Gericht muss nun klären, welche Version stimmt. Dazu müssen noch einige Zeugen gehört werden. Die Frau, die schwer verletzt wurde, kann nicht mehr als Zeugin auftreten. Sie hat sich einige Monate nach der Tat das Leben genommen, wobei nicht bekannt ist, ob das irgendwie mit der Tat und ihren Verletzungen zusammenhängt. Sie kann also nicht mehr befragt werden, aber ihre Bekannten, die dabei waren, sind als Zeugen geladen. Das Gericht hat zusätzlich mehrere Gutachter geladen, die ausführen werden, wie ihrer Einschätzung nach die Verletzungen der Frau entstanden sein könnten.

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