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Überfall am Wormser Hauptbahnhof Rollstuhlfahrer ausgeraubt

Dreister geht es eigentlich fast nicht mehr: In Worms haben Jugendliche einen 52-jährigen Rollstuhlfahrer am Hauptbahnhof ausgeraubt. Sie schlugen ihn, nahmen sein Handy und seine Geldbörse mit.

Klaus Gumbinger auf dem Vorplatz des Wormser Hauptbahnhofes

Direkt vor dem Hauptbahnhof ereignete sich der dreiste Überfall

Klaus Gumbinger wirkt immer noch geschockt, wenn er schildert, was ihm am Wormser Hauptbahnhof passiert ist. Eigentlich wollte er nur noch schnell etwas einkaufen gehen, dann aber bemerkte er auf dem Bahnhofsplatz mehrere Jugendliche. Einer von ihnen beschimpfte den Rollstuhlfahrer bereits aus deutlicher Entfernung.

Es fielen Sätze wie. "Guck mal der Depp im Rollstuhl.", und "Beim Hitler hätte man den vergast." Als Klaus Gumbinger daraufhin verlangte, ihn in Ruhe zu lassen, schlug ihm einer der jungen Männer auf die Wange.

Flugtickets geklaut

Gumbinger ist körperlich stark behindert. Seine linke Hand kann er kaum bewegen, den rechten Arm trägt er in Gips. Er versuchte noch, den Jugendlichen wegzuschieben, ohne Erfolg. Daraufhin kam ein zweiter junger Mann angerannt, griff ihm in die Jackentasche und stahl ihm den Geldbeutel. 40 Euro waren darin. Das konnte Gumbinger irgendwie noch verschmerzen. Doch im Portemonnaie befanden sich auch mehrere Flugtickets, mit denen er seine Lebensgefährtin in Lettland abholen wollte, die gerade Verwandte besuchte. Sie brachte dort auch die gemeinsame Tochter zur Welt, die Gumbinger allerdings noch nicht gesehen hat.

Lebensgefährtin muss in Lettland bleiben

Klaus Gumbinger auf dem Vorplatz des Wormser Hauptbahnhofes

Momentan weiß Klaus Gumbinger nicht, wie es weiter gehen soll.

Jetzt muss seine Lebensgefährtin erst einmal in Lettland bleiben, denn sie hat kein Geld, um ein neues Flugticket zu besorgen. Auch Klaus Gumbinger kann da nicht helfen, er ist nicht in der Lage, zu arbeiten und lebt von mehreren hundert Euro Grundsicherung im Monat. Im Moment weiß er nicht, wie es weiter gehen soll in seinem Leben. Denn zu allem Überfluss haben die Jugendlichen mit der Geldbörse auch sämtliche seiner Ausweise gestohlen.

Alle Papiere weg

So kann er beispielsweise seine Medikamente nicht abholen, weil vom Schwerbehinderten-Ausweis über die Medikamenten-Befreiung bis hin zum Personalausweis alle Dokumente weg sind. Und die Beantragung neuer Papiere koste Geld, so Gumbinger. Geld, das der 52-Jährige im Moment nicht hat. Für die Flugtickets hatten er und seine Lebensgefährtin monatelang gespart. Jetzt ist erst mal nichts mehr da. Auch deshalb, weil der Rollstuhlfahrer nach eigenen Angaben vor einigen Monaten schon mal überfallen wurde: Von mehreren Männern, an fast der selben Stelle am Wormser Hauptbahnhof, wo er jetzt ausgeraubt wurde.

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