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Kommentar zur Bayer-Monsanto-Übernahme Schlecht für Verbraucher - gut für Aktionäre

Die Milliardenübernahme des US-Biotechnologiekonzerns Monsanto durch Bayer ist in trockenen Tüchern. Für Bauern und Verbraucher in Deutschland ist das keine gute Nachricht, meint SWR-Redakteurin Susanne Henn.

Die Logos von Bayer und Monsanto

Bayer hat Monsanto für umgerechnet 59 Milliarden Euro gekauft

Mag sein, dass es für Bayer wichtig ist, durch die Übernahme von Monsanto zum weltweit größten Anbieter von Agrarchemie zu werden, weil der Weltmarkt sich gerade neu ordnet und es schon zwei andere Großfusionen in diesem Sektor gegeben hat. Und Monsanto-Aktionäre profitieren auch von der Übernahme, aber für Landwirte und Verbraucher ist das keine gute Nachricht.

Der Einsatz von Pestiziden wird steigen

Für die Landwirte nicht, denn wenn es noch weniger Konzerne gibt, die Saatgut und Herbizide anbieten, dann können diese die Preise und Bedingungen diktieren. Schon jetzt leiden viele Bauern unter Monsantos Knebelverträgen. In Zukunft werden es dann noch mehr Bauern sein, die von einigen wenigen Konzernen abhängig sind.

Bayer und Monsanto werden die Industrialisierung der Landwirtschaft vorantreiben, der Einsatz von Pestiziden wird mutmaßlich steigen - und das ist nicht gut für die Umwelt. In Zukunft wird es beim Saatgut dann noch weniger Auswahl geben als heute schon. Das bedeutet auch weniger Vielfalt bei Insekten, Schmetterlingen oder Vögeln.

Genetisch veränderte Pflanzen in Deutschland

Die Übernahme ist aber auch schlecht für uns Verbraucher, denn auch wir werden beim Einkauf immer weniger Auswahl haben. Und: Das Thema "Gentechnik in Deutschland" wird ganz sicher schon bald wieder auf den Tisch kommen. Denn, dass wir gentechnikfrei bleiben, ist keinesfalls gesetzt.

Monsanto steht für Gentechnik in der Landwirtschaft und Bayer will da ganz offensichtlich hin. Vereint werden sie dieses Interesse in der EU sicherlich deutlich aggressiver vertreten als bisher. Sie werden in Brüssel dafür kämpfen, genetisch veränderte Pflanzen auch hier anbauen zu dürfen. Und wenn sie genug Druck machen, dann werden sie diese Genehmigungen möglicherweise auch bekommen. Egal, ob wir Verbraucher das wollen oder nicht.

Ein Beitrag von Susanne Henn, SWR-Umwelt-Redaktion | Online: Cornelia Stenull

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