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Glosse Das Rätsel des losen Schnürsenkels ist gelöst

Es ist ein Problem, das Eltern mit Kleinkindern Zeit und Nerven kostet. Und Jogger natürlich. Im Grunde alle, die regelmäßig vor die Tür gehen. Jetzt endlich hat es die internationale Spitzenforschung untersucht: Warum lösen sich Schnürsenkel?

Warum der Knoten in den Schnürsenkeln sich löst, dürfte sich Nick Flynn auch gestellt haben, als er im Januar 2006 im Fitzwilliam Museum in Cambridge auf seinen losen Schnürsenkel trat und in drei chinesische Porzellan-Vasen aus der Qing-Dynastie stürzte. Schaden: mehrere hundertausend Pfund.

War es Pech? War es Dummheit? Nein, es war pure Physik, wie Wissenschaftler der Universität Berkeley in Kalifornien nun herausgefunden haben. Die Schleifen der Schnürsenkel lösen sich wegen der verhängnisvollen Wirkung zweier Kräfte: Einmal dehnt und entspannt sich der Knoten beim Auftreten ständig – das lockert ihn. Zum zweiten geraten die losen Enden beim Gehen in Schwingung und ziehen den Knoten nach und nach auf.

Noch sei das Problem nicht ausreichend erforscht...

Diese Erklärung steht in der aktuellen "Proceedings A" der ehrwürdigen britischen Royal Society. Das ist eine Art Ritterschlag für diese Studie. Applaus, Applaus für einen Meilenstein der Wissenschaft!

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Glosse

Das Schnürsenkel-Rätsel

Christoph König

Aber: Was macht man jetzt gegen lose Schnürsenkel?! Das wissen die Wissenschaftler leider auch nicht. Das Problem sei eben noch nicht ausreichend erforscht, viele Fragen der mechanischen Grundlagen seien noch offen, man wisse noch nicht, welche Rolle das Senkelmaterial spiele und seine Oberfläche. Manche Knoten hielten etwas länger, doch auch sie teilten irgendwann das Schicksal aller Senkelknoten - und lösten sich auf.

SWR-Wissenschaftsredaktion hat die Lösung

Von dieser Seite ist also keine Hilfe zu erwarten. Aber nach Jahren aufopferungsvoller Forschungen, akribischer Beobachtungen, Millionen ungezählter Schritte auf hartem Asphalt kann Ihnen die SWR-Wissenschaftsredaktion helfen im Kampf gegen die Naturkräfte, die an den Knoten nagen. Die Lösung heißt: Klettverschluss!

Das hätte man John Pearce auch mal sagen sollen, dem so genannten Schnürsenkel-Einbrecher. Die Polizei fand ihn in beziehungsweise an einem Haus bei Dartford in der Nähe von London. Er hing kopfüber in einem eingeschlagenen Fenster - einer seiner losen Schnürsenkel hatte sich im Rahmen verhakt.

Von SWR-Redakteur Christoph König

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