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Nach Drama bei Zwangsräumung in Tübingen Haus ist einsturzgefährdet

Das abgebrannte Unigebäude in Tübingen wird nun abgerissen. Bei dem Brand am Montag kam ein 69-jähriger Mann ums Leben. Er hatte sich jahrelang gegen eine Räumung gewehrt.

Eine Abrissbirne steht an einem brandgeschädigten Haus

Die Abrissbirne reißt jetzt das Dach der Brandruine ab

Die Universität hatte seit fünf Jahren mit mehreren Räumungsklagen die Zwangsräumung des 69-Jährigen angestrebt. Der Mann hatte sich im Dachgeschoss einquartiert. Das Gebäude diene eigentlich nur Bürozwecken, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Man habe dem 69-Jährigen mehrfach andere Wohnung angeboten. Er habe aber alle Angebote ausgeschlagen.

Mann stürzte von Balkon

Der Mann hatte am Montag das Gebäude vermutlich angezündet. Als der Gerichtsvollzieher kam, um den 69-Jährigen aus dem Haus zu holen und die Wohnung zu räumen, stand das Haus in Flammen. Der Bewohner stand zunächst auf dem Balkon und schoss mit einer Pistole auf einen Mitarbeiter der Stadt. Anschließend stürzte er vom Balkon und verletzte sich so schwer, dass er noch vor Ort starb.

Viele Dokumente zerstört

In dem Gebäude am Rande der Altstadt war die Tübinger Arbeitsstelle "Sprache in Südwestdeutschland" der Universität untergebracht. Die gehört zum Ludwig-Uhland-Institut und erforscht schwäbische Dialekte. Alte Originaltöne und Fachbücher sind zerstört worden. Immerhin, so der Leiter der Arbeitsstelle, seien alle Tonbandaufnahmen digital gesichert.

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