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Neues Gebetshaus in Waldshut-Tiengen Die Moschee von nebenan

Die neue Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde liegt mitten in einem Wohngebiet in Waldshut-Tiengen. Sie soll offen für alle sein. Was sagen die Nachbarn?

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1:11 min

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Waldshut-Tiengen

"Wir sind keine Hinterhof-Moschee"

Bislang mussten die Mitglieder der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde in Waldshut-Tiengen in Räumen eines ehemaligen Sportgeschäfts beten. Jetzt haben sie eine eigene Moschee.

"Wir möchten nicht einfach nur eine Hinterhof-Moschee sein, wo irgendetwas gepredigt wird", sagt Khalid Sajid von der Ahmadiyya-Gemeinde. "Wir möchten wirklich eine offene Moschee sein, offene Türen haben, wo jederzeit jeder herzlich willkommen ist und auch bei unseren Ansprachen zuhören kann." Gepredigt wird zwar in Urdu, in der pakistanischen Muttersprache, aber es gibt auch eine deutsche Übersetzung.

Die neue Moschee liegt am Rande des Ortsteils Tiengen, mitten im Wohngebiet. Die Nachbarn hier waren gegenüber den Bauplänen aufgeschlossen, Vorbehalte gab es keine. "Wir können damit gut leben", sagt ein Nachbar, und eine andere ergänzt: "Ich finde es gut, dass sie sich zeigen, dass es nicht nur im 'Geheimen' läuft." Die Muslime wiederum wollen ihr Haus öffnen und den Dialog suchen.

5.000 Gläubige in Baden-Württemberg

Seit 1986 gibt es die Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde in Waldshut-Tiengen. Viele der 60 Mitglieder kommen aus Pakistan, wo sie wegen ihres Glaubens verfolgt wurden. Bisher mussten sie in Räumen eines ehemaligen Sportgeschäfts beten. Jetzt hat das Provisorium ein Ende. Finanziert wurde die neue Moschee durch Spenden der Gemeinde-Mitglieder. Zur feierlichen Eröffnung kam am Montag sogar das spirituelle Oberhaupt der weltweiten Ahmadiyya-Gemeinde, Kalif Mirza Masroor Ahmad, nach Tiengen.

Deutschlandweit ist es die 50. Moschee der Ahmadiyya-Glaubensgemeinschaft. Sie vertritt nach eigenen Angaben die Vereinbarkeit des Islam mit Demokratie und Rechtsstaat. In Baden-Württemberg gibt es etwa 5.000 Anhänger, in Deutschland rund 42.000. Die Mehrheit der Muslime lehnt die Ahmadiyya jedoch wegen abweichender Glaubensvorstellungen ab.

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