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Muslime säubern Freiburger Kanonenplatz Reinigung im Morgengrauen

Seit Jahren räumen Mitglieder der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde auf dem Freiburger Kanonenplatz den Müll aus der Silversternacht weg - freiwillig. Warum machen sie das?

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1:13 min | So, 1.1.2017 | 19:45 Uhr | SWR Fernsehen BW

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Überreste aus der Knaller-Nacht

Und wer macht's sauber?

Abgebrannte Raketen, Berge von Böllern, zersplitterte Sektflaschen - nach Silvester sieht es auf den Straßen Baden-Württembergs ziemlich wild aus. Doch wer macht den Dreck weg?

Mit den ersten Sonnenstrahlen sind sie am Werk: Sie säubern den Kanonenplatz auf dem Freiburger Schlossberg. Die Aussichtsterrasse oberhalb der Stadt ist in der Silvesternacht beliebter Treffpunkt zum Feiern. Hunderte haben hier lautstark und feuchtfröhlich das neue Jahr begrüßt - entsprechend sieht er danach auch aus: übersäht mit Flaschen, Böllern und Raketenresten.

Die Stadtreinigung kommt nicht so schnell hierher, daher übernehmen das - seit Jahren - die Mitglieder der Ahmadiyya-Gemeinde. Von ihnen hat in der Nacht niemand gefeiert; für sie ist der Jahreswechsel Anlass zur Besinnung und Dankbarkeit: "Da wir das neue Jahr schon mit einem Gebet begonnen haben, wollen wir nun auch noch tatkräftig zugreifen und etwas für unsere Heimatstadt tun", erklärt Gemeindemitglied Saad Bajwa.

Auch zwei Frauen machen mit

Doch es sind nicht nur Angehörige der muslimischen Gemeinde - die Aktion ist offen für alle. Auch zwei andere Freiburger Bürgerinnen haben davon gehört und sich angeschlossen. "Das ist eine tolle Art, das Jahr zu beginnen", findet Ursula Schneider, "nachts feiern die Leute, und sehr unbedacht, wer das eigentlich hinterher wieder entsorgt; und dann kommen so gute Geister am anderen Morgen und machen das freiwillig und ehrenamtlich und einfach so."

In diesem Jahr waren die Helfer relativ schnell fertig: Es gab etwas weniger Müll als sonst, denn in der Nacht hatte dichter Nebel geherrscht - mangels Aussicht auf die Stadt waren nicht so viele Menschen zum Feiern auf den Platz gekommen. Bereits gegen zehn Uhr war der Kanonenplatz wieder blitzeblank.

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