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Gotthard-Tunnel Mehr Sicherheit durch Tunnelsensoren

In den Osterferien fahren viele Baden-Württemberger wieder Richtung Süden - oft durch den 17 Kilometer langen Gotthard-Tunnel. Ein technisches System vor dem Tunnel, das im Ländle entwickelt wurde, soll für mehr Sicherheit sorgen.

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1:34 min

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Gotthard-Tunnel

Hitze-Sensoren zum Tunnel-Schutz

Autorin: Ina Held

Die Osterferien haben begonnen. Viele Baden-Württemberger werden Richtung Süden zu fahren, oft durch den 17 Kilometer langen Gotthard-Tunnel. Ein technisches System vor dem Tunnel, das in Baden-Württemberg entwickelt wurde, soll für mehr Sicherheit sorgen.

Kurz vor dem Gotthard-Tunnel: Jeder fährt vorbei, und doch fällt es niemandem auf – das Thermoportal. An dem Aufbau über der Autobahn hängen zahlreiche Sensoren, entwickelt von der Firma Sick aus Waldkirch bei Freiburg. Sie vermessen alle LKW und Busse auf der rechten Spur. Die Sensoren erfassen per Infrarot, ob die Lastwagen zu heiß gelaufen sind, vor allem die Räder und Achsen.

"Die heißeste Radnarbe, die hier am Tunnel detektiert wurde, war 460 Grad Celsius heiß", berichtet Stefan Gassmann, Produktmanager bei Sick in der Schweiz. "Eigentlich ist es ein Wunder, dass das Fahrzeug nicht schon gebrannt hat, als es durch die Anlage fuhr." An die 150 Mal wurden im vergangenen Jahr zu heiße LKW vor dem Tunnel aus dem Verkehr gezogen. Das Ziel ist klar: das Risiko von Bränden im Gotthard-Tunnel zu verringern. Für die Schweizer Betreiber hat sich das Portal bewährt.

Für die Sicherheit in Tunneln wird im Labor der Firma Sick in Waldkirch intensiv geforscht, etwa bei Schadgas- und Rauchmeldern. In Europa tun sich die Behörden allerdings noch schwer mit solchen Systemen, sagt Sick-Produktmanager Christian Kuhn: "Eine Tunnelnorm gibt es nicht. Australien oder Schweden sind da sehr viel weiter. Hier in Europa sind wir noch in der Findungsphase, wie das mit den Stickoxiden und der Messung im Tunnel weitergeht."

Von den Erfahrungen in der Schweiz profitieren auch andere Tunnelbetreiber. So sind auch der Arlberg- und der Karawankentunnel mittlerweile mit Thermoportalen ausgestattet.

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