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Sexueller Missbrauch von Kindern in Leonberger Sportverein Verein will Konsequenzen ziehen

Trainer und Funktionäre des TSV Höfingen haben geschockt auf die Nachricht von der Verhaftung eines Tischtennis-Jugendtrainers wegen sexuellen Missbrauchs reagiert und Konsequenzen angekündigt.

"Ich war wie vor den Kopf gestoßen, als uns die Polizei informiert hat", erzählt Ulrich Wolf, der Leiter der Tischtennisabteilung des TSV Höfingen, dem SWR. "Wenn die Vorwürfe stimmen - und davon müssen wir ausgehen - dann gilt unser Mitgefühl erstmal den betroffenen Kindern."

"Ich hatte keine Hinweise"

Ulrich Wolf ist seit 1991 Mitglied des TSV Höfingen - zunächst als Sportler und seit über zehn Jahren als Leiter der Tischtennis-Abteilung. Von den Vorwürfen habe er nichts mitbekommen. "Ich hatte keine Hinweise darauf, dass hier in irgendeiner Form sexueller Missbrauch vorliegt." Für ihn ist aber klar, dass der TSV jetzt intensiv mit Polizei und Staatsanwaltschaft zusammenarbeitet.

Konsequenzen ziehen - zusammen mit den Eltern

Noch bevor der Fall mit dem TSV in Verbindung gebracht wurde, gingen Vorstand und Tischtennisabteilung des TSV am Montag mit einer Stellungnahme auf ihrer Homepage an die Öffentlichkeit. Darin sichern sie vollständige Aufklärung zu. Außerdem will der Verein Konsequenzen ziehen.

"Es ist etwas schief gelaufen - keine Frage", sagt Wolf. Und: "Wir müssen uns jetzt neu aufstellen. Für konkrete Vorstellungen ist es aber noch zu früh." Denn die Ermittlungen laufen noch. Wenn aber klar wird, was passiert ist, "wollen wir mit Eltern gemeinsam überlegen, wie es weitergehen kann."

Mehr als zehn Kinder missbraucht?

Die Mutter eines elfjährigen Jungen hatte sich an die Polizei gewandt. Die Beamten richteten eine Ermittlungsgruppe ein. Nach deren Erkenntnissen soll der 62-jährige Mann in mehreren Fällen Kinder über einen längeren Zeitraum sexuell missbraucht haben. Die Polizei schätzt die Zahl der Opfer auf mehr als zehn. Als langjähriger Trainer des TSV Höfingen soll er Kontakt zu den Kindern bekommen haben.

Beweismaterial sichergestellt

Der Tatverdächtige wurde 18. März festgenommen worden und sitzt jetzt in Untersuchungshaft. Bei einer Wohnungsdurchsuchung konnte die Polizei umfangreiches Beweismaterial sicher stellen. Die Ermittlungen dauern an.

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