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Zwangspause in Göppingen Bahn lässt Raucher stehen

Bahnhof Göppingen. Weil der Lokführer angekündigt hat, dass der Zug 20 Minuten stehen bleiben muss, steigen Fahrgäste aus, viele von ihnen rauchen. Doch dann fährt der Zug plötzlich los.

Regionalbahn fährt

Ein Lokführer hat einen Teil der Fahrgäste in Göppingen offenbar vergessen.

Sven Detzer saß zusammen mit seiner Frau in der Regionalbahn in Richtung Süßen (Kreis Göppingen). Im Bahnhof Göppingen kommt die Durchsage, die Regionalbahn müsse einen schnelleren InterRegio-Zug überholen lassen und der Lokführer eine 20-minütige Zwangspause machen, schildert es der Bahnfahrer dem SWR am Freitag.

Zug fährt ohne Ansage weiter

Seine Frau sei mit weiteren Fahrgästen zum Rauchen ausgestiegen. "Plötzlich merkte ich, wie der Zug losfährt", berichtet Detzer weiter: "ohne Vorwarnung und Ansage". Er habe sich hilflos gefühlt, wusste nicht, was er machen sollte, schließlich stand seine Frau noch draußen.

Mit dem Auto zurück nach Göppingen

Da seine Frau ihre Tasche samt Handy, Geldbeutel und Fahrkarte im Zug gelassen hatte, konnte Detzer seine Frau nicht erreichen. Er fuhr später mit dem Auto zurück nach Göppingen, um seine Frau abzuholen.

"Große Entschuldigung"

Die Bahn bestätigt den Vorfall. Es tue "uns sehr leid", sagte ein Bahnsprecher am Freitag: "eine große Entschuldigung" an die Fahrgäste. Doch warum ist der Lokführer, nachdem er das Signal bekommen habe, doch früher weiterfahren zu können, einfach losgefahren, ohne eine Durchsage zu machen und auf die ausgestiegenen Fahrgäste zu warten? Er hat es offenbar vergessen und wollte wieder Zeit gut machen, so der Bahnsprecher weiter: "Er hat es nicht mit Absicht gemacht."

"Personal steht extrem unter Stress"

Bahnfahrer Detzer will dem Lokführer selbst keinen Vorwurf machen. "Solche Fehler können passieren." Er sieht eher ein strukturelles Problem. Zugausfälle, Krankenstand, Verspätungen, technische Probleme - da stehe das Personal "extrem unter Stress", so sehr, dass sich irgendwann solche Fehler einschleichen würden.

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