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Studie zu Fahrradhelmen Regierung will keine Pflicht für Radfahrer

Schick finden sie wahrscheinlich die wenigsten. Fahrradhelme können aber vor schwerwiegenden Verletzungen schützen. Verkehrsminister Hermann hat ein lange erwartetes Gutachten zum Nutzen von Helmen vorgestellt.

Fahrradhelme

Fahrradhelme schützen vor schweren Verletzungen. (Archiv)

Mit einiger Verzögerung hat Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) am Donnerstag ein lange erwartetes und schon vorab viel diskutiertes Gutachten zum Nutzen von Fahrradhelmen vorgelegt. Es belegt den Angaben zufolge einen positiven Sicherheitseffekt. "Unser Ziel ist es daher, das Helmtragen zur Normalität werden zu lassen - auch ohne Helmpflicht", betonte Hermann.

Die Studie ergab, dass sich durch Helm-Tragen bis zu 80 Prozent der Kopfverletzungen von besonders schwer Verletzten vermeiden ließen.

Unerwünschte Nebenwirkungen

Die Studie basiert den Angaben zufolge auf mehr als 350 Quellen aus verschiedenen Ländern und Zeiträumen, darunter verschiedene Ansätze, die Zahl der Helmträger zu erhöhen. Ein Teil ist laut Ministerium auch eine Kosten-Nutzen-Analyse einer Helmpflicht. Die falle insgesamt zwar positiv aus, zeige aber auch ungewünschte Nebenwirkungen einer gesetzlich geregelten Helmpflicht - zum Beispiel einen Rückgang der Radfahrleistung. Sprich: Mancher Radfahrer würde der Untersuchung zufolge seltener oder gar nicht mehr auf sein Zweirad steigen, wenn er dabei einen Helm tragen müsste.

Bei einer Telefonbefragung im Auftrag der Verkehrsministerien von Baden-Württemberg und Thüringen gab zwar jeder Zweite an, einen Helm zu besitzen, aber nicht einmal jeder Dritte davon setzt ihn regelmäßig auf.

Baden-Württemberg und Thüringen hatten das Gutachten gemeinsam in Auftrag gegeben. Die Veröffentlichung hatte sich verzögert, nachdem Hermann es selbst im Herbst als nicht lesbar kritisiert hatte. Angesichts der Kosten von mehr als 200.000 Euro und in Erwartung weniger neuer Erkenntnisse hatte die FDP dem Minister damals Verschwendung vorgeworfen.

Hermann will mehr Radfahrer zum Helmtragen animieren

Eine Sprecherin betonte am Donnerstag, mit den nun vorliegenden Ergebnissen sei eine wissenschaftlich fundierte Grundlage geschaffen worden, um das Thema Fahrradhelm umfassend zu diskutieren. "Im Kern sollte dabei die Frage stehen, wie wir noch deutlich mehr Menschen zum Helmtragen beim Radfahren animieren können", wurde Hermann zitiert. Eine hohe Helmquote allein reiche aber nicht, unter anderem müsse auch die Infrastruktur verbessert werden.

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