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24 Kandidatinnen zur Wahl der «Miss Germany» posieren am 30.01.2016 im Europa-Park in Rust.

"Miss Germany" Wahl 2017 in Rust Wer ist die Schönste im Land?

21 junge Frauen traten am Samstag im Europapark Rust auf High Heels an, um die "Miss Germany 2017" zu werden. Alle Fakten rund um die Veranstaltung finden Sie hier.

Die Geschichte der Miss-Wahl

Das Schaulaufen der Schönen geht seit genau 90 Jahren über die Bühne, 1927 wurde erstmals gewählt. "Miss Germany" ist damit nach Angaben der Veranstalter der traditionsreichste und bedeutendste Schönheitswettbewerb der Republik. Mehrere größere internationale Miss-Wahlen gibt es seit den 1950er Jahren. Die jährlichen Wahlen galten zu früherer Zeit als gesellschaftliches Ereignis. In der Jury der ersten Wahl saßen unter anderem die Boxer-Legende Max Schmeling oder Schriftsteller Heinrich Mann.

Die Miss-Verständnisse

In der Vergangenheit wurde der Titel "Miss Germany" von mehreren Organisationen für sich beansprucht, was zur Folge hatte, dass es in manchen Jahren mehrere Titelträgerinnen gab. Seit dem Jahr 2000 ist die "Miss Germany Corporation" (MGC) aus Oldenburg alleiniger Veranstalter der Miss-Wahl. Die Firma ließ "Miss Germany" als Marke eintragen und sicherte sich so die Exklusiv-Rechte.

Die Voraussetzungen zur Teilnahme

Die Kriterien für eine Teilnahme sind auf den ersten Blick einfach. Die Kandidatinnen müssen zwischen 16 und 29 Jahre alt sein, dazu unverheiratet und im Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft. Sie dürfen keine Kinder haben oder erwarten, außerdem dürfen keine Nacktaufnahmen oder erotischen Fotos in Umlauf sein. Tätowierungen, Piercings oder Schönheitsoperationen sind dagegen kein Problem. Insgesamt hatten sich für dieses Jahr über 5.000 junge Frauen beworben.

Die Finalistinnen

Die Kandidatinnen zur Wahl der "Miss Germany" stellen sich am 13.02.2017 im Europa-Park in Rust (Baden-Württemberg) nach einer Pressekonferenz für ein Gruppenbild zusammen.

Diese 21 Finalistinnen wollen "Miss Germany 2017" werden

Bei der großen Endwahl am Samstag traten die Siegerinnen der Landeswahlen gegeneinander an. Neben Vertreterinnen für jedes Bundesland gibt es aber auch eine "Miss Internet", eine "Miss Photogenic" und Siegerinnen ganzer Regionen wie die "Miss Süddeutschland". Für Baden-Württemberg trat in diesem Jahr die 21-jährige Schülerin Dominique Busch aus Waldshut-Tiengen an.

Mit 21 Teilnehmerinnen waren es 2017 weniger als sonst, da zwei Landessiegerinnen ausfallen. "Miss Sachsen-Anhalt", eine 17-jährige Schülerin, hat den Angaben zufolge von der Schule nicht frei bekommen und "Miss Brandeburg" erwartet ein Kind, was sie vom Wettbewerb disqualifiziert.

Die Vorbereitungen

Um "Miss Germany" zu werden, müssen die Finalistinnen hart trainieren. Laut Organisator Ralf Klemmer gebe es Benimm-Kurse und Rhetorik-Seminare. Denn es gehe bei der Miss-Wahl nicht nur um eine "Beschränkung auf das Äußere". Vielmehr sei entscheidend, was die Frauen sagen und ausstrahlen. Für alle 21 Finalistinnen ging es deswegen in ein zehntägiges Trainingscamp auf der spanischen Insel Fuerteventura.

Vor der Wahl sind die Teilnehmerinnen über drei Wochen eingespannt. Neben dem Trainingscamp müssen sie auch an Pressekonferenzen, Fototerminen, Videoproduktionen, Events und Proben teilnehmen.

Die Wahl

Bis 2001 fanden die Wahlen an verschiedenen Orten Deutschlands, wie dem Kurhaus Baden-Baden oder der Hauptstadt Berlin, statt. Seit 15 Jahren ist der Europa-Park in Rust bei Freiburg Veranstaltungsort. Die Kandidatinnen präsentieren sich dort sowohl in Abendkleidern, als auch in Bademode.

Gewählt wird "Miss Germany" von einer Jury, die aus Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und der Modewelt besteht und jährlich wechselt. In diesem Jahr sitzen in ihr unter anderem der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach, Schönheitschirurg Werner Mang vom Bodensee, Schauspieler Jo Weil ("Verbotene Liebe"), oder der Fernsehanwalt Ingo Lenßen.

Die Preise

Die amtierende "Miss Germany" Lena Bröder macht am 15.06.2016 während der Generalaudienz auf dem Petersplatz in der Vatikanstadt mit Papst Franziskus ein Selfie.

Die amtierende "Miss Germany", Religionslehrerin Lena Bröder, bei ihrer Generalaudienz mit Papst Franziskus

Die Siegerin erhält einen Vertrag, der ihr während ihrer einjährigen Amtszeit nach Angaben der Organisatoren mehr als 200 öffentliche Auftritte sichert. So war Olga Hoffmann, gebürtige Ukrainerin und "Miss Germany 2015", beispielsweise bei Innenminister Thomas de Maizière (CDU) im Rahmen der Veranstaltung "Heimat - Identität - Glaube" zu Gast. Die amtierende "Miss Germany", Religionslehrerin Lena Bröder aus Nordrhein-Westfalen, wurde sogar von Papst Franziskus zu einer Generalaudienz empfangen.

Neben dem Vertrag kann sich die Gewinnerin über Geld- und Sachpreise freuen. Dazu gehören zum Beispiel ein Dienstauto für das Amtsjahr, ein professionelles Fotoshooting, eine siebentägige Reise ins Siegercamp, Einkaufsgutscheine und Autogrammkarten. Auch die übrigen Finalistinnen werden mit Preisen bedacht.

Die Karrierechancen

Eine spätere Model-Karriere oder finanzielle Vorteile werden nicht versprochen, denn das Amt der Schönheitskönigin ist strikt auf ein Jahr beschränkt. Dann werden Krone und Titel an die nächste Siegerin weitergegeben. Wie die Erfahrung zeigt, stehen die ehemaligen Gewinnerinnen nur selten langfristig im Rampenlicht.

Es gibt aber auch Ausnahmen. So wurde die Moderatorin und Unternehmerin Verona Pooth 1993 zur "Miss Germany" gekrönt. Auch die CSU-Bundestagsabgeordnete Dagmar Wöhrl trug den Titel 1977. In ihrer offiziellen Vita taucht diese Auszeichnung allerdings nicht auf.

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