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Streit in Neustadt Nazi-Grabstein sorgt für Ärger

Josef Bürckel hat zur Nazizeit tausende Juden in Konzentrationslager deportieren lassen. Jetzt sorgt sein Grabstein für Unmut. Er steht unter Denkmalschutz und soll nicht ohne Hinweis auf Opfer stehen.

Sandstein-Monument vom Grab des Nazi-Gauleiters Josef Bürckel

Grabmal Josef Bürckels

Der Förderverein Gedenkstätte für NS-Opfer in Neustadt fordert einen anderen Umgang mit dem Grabmal des ehemaligen NS-Gauleiters Bürckel. Der Grabstein auf dem Neustadter Hauptfriedhof steht seit einigen Jahren unter Denkmalschutz. Laut einer Mitarbeiterin des Landesdenkmalamtes ist die Person Josef Bürckels stark mit Nazi-Greueln verbunden und das Monument sei auch künstlerisch wertvoll. Er stamme aus der Werkstatt der renommierten Bildhauerfamilie Bernd in Kaiserslautern.

Grabmal weg und wieder da

Im vergangenen Sommer war das Grabmal plötzlich verschwunden. Die Nachkommen hatten die Grabstätte aufgelöst. Dass damit auch die Steine entfernt wurden, war offenbar auch der Stadtspitze nicht bekannt. Das Verschwinden wurde per Zufall bei einer Friedhofsführung bemerkt. Da die Sandsteinblöcke noch nicht zerstört waren- wurden sie also wieder zurück auf die ehemalige Grabfläche gebracht. Denn: Das Grabmal ist nach Angaben des Denkmalamts ein Zeugnis der Geschichte.

Mahnmal der Geschichte

Der Vorsitzende des Fördervereins Neustadter Gedenkstätte für NS-Opfer, Eberhard Dittus, kritisiert den Umgang der Stadt mit dem Grabmal. Es sollte ein Schild daran angebracht werden, das auf die Taten und auf die Opfer von Josef Bürckel hinweist. Der nationalsozialistische Gauleiter sei 1940 hauptverantwortlich für den Abtransport der mehr als 6000 pfälzischen, saarpfälzischen und badischen Juden ins Internierungslager Gurs gewesen. Die Kritiker verlangen außerdem, die Denkmalwürdigkeit des Grabmals zu überprüfen.

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