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Kommentar zum Treffen der Auto-Branche in Stuttgart "Eine Show-Veranstaltung"

Am Freitag lädt Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) Wirtschaft und Industrie zum Dialog ein. Um Inhalte wird es vorerst aber noch nicht gehen - sondern um Bilder mit Symbolcharakter, meint SWR-Redakteurin Sibylle Grether.

Kretschmann und Zetsche (Archiv)

Ministerpräsident Kretschmann (Grüne) und Daimler-Boss Zetsche (Archiv)

"Es ist kein Autogipfel", hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Vorfeld gesagt - und Recht hat er. Eine Show-Veranstaltung ist das, symbolträchtig und gut inszeniert. Nicht mehr und nicht weniger. Es geht nicht um die Zukunft des Autos, es geht allein um Winfried Kretschmann. Er überlässt dieses Thema nicht länger der CDU-Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU).

Es wurde viel Porzellan zerschlagen

Sie trifft sich schon seit längerem mit der Automobilindustrie, um anstehende, auch drängende Fragen im Konsens zu lösen. Eher geräuschlos geht das vonstatten. Nun aber erklärt Winfried Kretschmann die Zukunft des Automobils zur Chefsache. Denn er muss bei den Auto-Bossen ein bisschen Abbitte leisten, nachdem in den vergangenen Wochen von der Grünen Regierungsseite doch viel Porzellan zerschlagen wurde.

Das darf einem Ministerpräsidenten im Autoland Baden-Württemberg nicht passieren. Die Strategen im Staatsministerium haben das erkannt und prompt reagiert – Kretschmann lädt die Autochefs zu einem - wie er sagt - strategischen Dialog.

Es wird nicht um Inhalte gehen

Klingt gut, hält aber nicht, was es verspricht. Denn um Inhalte wird es am Freitag nicht gehen. Schon gar nicht um die Themen, die uns aktuell so umtreiben, wie Fahrverbote oder Diesel-Nachrüstung. Das wird ausgeklammert. Stattdessen hören sich die 40 Teilnehmer Impulsreferate an über die Zukunft der Automobilwirtschaft, über die Digitalisierung, über Infrastruktur für Elektroautos. Themen, die ihnen nicht neu sein dürften.

Für eine Diskussion bleibt in dem zweieinhalbstündigen Treffen kaum Zeit. Was soll's – am wichtigsten ist ohnehin nur die erste Viertelstunde. Da posieren Kretschmann und die Autochefs vor Elektrofahrzeugen im Hof des Neuen Schlosses.

Der Wirtschaftsversteher

Der Regierungschef als Wirtschaftsversteher. Wenn das in den Köpfen der Menschen hängen bleibt - dann war das doch ein Gipfel, zumindest aus Sicht der Strategen rund um den Ministerpräsidenten.

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