Bitte warten...

Vögel am Bodensee Minister will Kormoran schießen lassen

Der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) befürwortet eine stärkere Bejagung des Kormorans. So soll der Fischbestand geschützt werden. Naturschützer wehren sich.

Kormoran - Jasmund

Dem Kormoran am Bodensee soll es an den Kragen gehen. Unterstützung bekommt er von Naturschützern und Ornithologen.

Wolfgang Fiedler, Ornithologe am Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell, rät von politischen Schnellschüssen ab. Es gebe bisher kein sicheres Konzept, wie die Zahl der Kormorane eingedämmt werden soll, sagte er dem SWR. Zudem fehlten Forschungsergebnisse um einen Grenzwert zu bestimmten.

1.000 Vögel jedes Jahr geschossen

Seltene Fischarten bräuchten Schutz, sagte Fiedler. Ein Kormoran fresse über einen Kilo Fisch und nehme so auch Einfluss auf den Fischbestand. Jedes Jahr würden bereits rund 1.000 Kormorane geschossen. Es sei aber nicht klar, wie viele Kormorane tatsächlich in der Gegend leben oder nur zum Brüten in der Region sind. Der Kormoran steht in Deutschland unter Naturschutz.

FDP unterstützt Hauks Vorschlag

Der für Fischerei zuständige Minister Peter Hauk (CDU) hatte sich zuvor für eine stärkere Bejagung des Kormorans ausgesprochen. Der Vogel komme mittlerweile so massiv am Bodensee und anderen Gewässern Baden-Württembergs vor, dass dadurch die Bestände von ohnehin schon gefährdeten Fischarten wie der Äsche und der Bachforelle abzusinken drohten, sagte Hauk. Die FDP im Landtag unterstützt Hauks Vorhaben, die Grünen-Fraktion erhob ebenso Widerspruch wie der Naturschutzbund.

Aktuell in Baden-Württemberg