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Diözese Rottenburg-Stuttgart löscht Video zu Homosexualität "Verbotene Liebe" aus Mediathek verschwunden

"Verbotene Liebe"? - Die katholische Diözese Rottenburg-Stuttgart hat ein Video aus ihrer Mediathek gelöscht, in dem sich ein Theologe für die Einführung der kirchlichen Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ausspricht.

Im Hintergrund ein Screenshot der Mediathek der Diözese Rottenburg-Stuttgart mit dem Video "Verbotene Liebe", davor Eckhard Raabe.

Theologe Raabe möchte sich nicht zu seinem Kommentar äußern

Das in der Rubrik "Kommentar der Woche" veröffentlichte Video, in dem sich der Theologe Eckhard Raabe für die Einführung der kirchlichen Segnung gleichgeschlechtlicher Paare positioniert, hatte in konservativen Kreisen für Aufsehen gesorgt, weil die Position des Theologen gegen die offizielle katholische Sicht von Homosexualität steht.

Raabe spricht unter der Überschrift "Verbotene Liebe" über zwei ehemaligen Nonnen, die in Italien standesamtlich geheiratet haben. Es fehle ein kirchlicher Ritus, der homosexuellen Paaren sage, dass ihre Partnerschaft gut so sei, sagt der Theologe. Die Kirche predige Liebe, blende ihre Vielfalt jedoch aus. "Gottes Liebe ist größer als unser menschliches Kleinklein", so der Theologe.

Unruhe und Missverständnisse

Der Kommentar sei nicht abgestimmt worden, so der Sprecher der Diözese, Uwe Renz, gegenüber dem SWR. Der kurze Beitrag sei nicht geeignet, um für eine sachliche Diskussion dieses intensiv diskutierten Themas zu sorgen. Da er für Unruhe und Missverständnisse gesorgt habe, hätte die Bistumsleitung entschieden, den Beitrag zu löschen, so Renz. Theologe Raabe wollte sich gegenüber dem SWR zu dem Vorgang nicht selbst äußern.

Der Clip ist bereits von der Internetseite und aus dem YouTube-Kanal der Diözese gelöscht. Im Internet kann allerdings weiterhin eine Kopie davon abgerufen werden:


Schwieriger Umgang mit praktizierter Homosexualität

Die römisch-katholische Kirche sieht in praktizierter Homosexualität einen Widerspruch zu biblischer und christlicher Tradition. Homosexuelle Katholiken werden von der Glaubenskongregation des Vatikan dazu aufgerufen, enthaltsam zu leben. Papst Franziskus hatte sich laut Medienberichten "traurig" über den Fall der verpartnerten Ex-Nonnen geäußert. In seinem Schreiben "Amoris laetitia" nach der Familiensynode in Rom hatte Papst Franziskus im April 2016 mit Blick auf Homosexuelle die Katholiken aufgefordert, solche Lebensweisen anzuerkennen, die den Partnern Stabilität und Halt geben. Eine Gleichstellung mit der Ehe schloss er jedoch aus.

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