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FSME-Überträger entdeckt Forscher warnen vor der Auwaldzecke

Zum Start in die Zeckensaison gibt es schlechte Nachrichten: Forscher, unter anderem von der Universität Hohenheim, haben herausgefunden, dass die Auwaldzecke Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen kann.

Forscher der Uni Hohenheim fanden heraus, dass die Auwaldzecke die Krankheit FSME übertragen kann.

Nicht nur der Holzbock, sondern auch die Auwaldzecke kann FSME übertragen

Bisher ist allerdings unklar, ob die winzigen Tiere erst kürzlich zum Überträger wurden, oder ihre Gefährlichkeit bislang einfach nicht bekannt war. Neben Forschern der Uni Hohenheim war auch das Deutsche Konsiliarlabor für FSME in München und das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg an der Forschung beteiligt. Bislang galt der Holzbock als Haupt-Übeltäter bei der FSME-Übertragung.

Bislang galten nur Baden-Württemberg, Bayern sowie Teile Südhessens und Südthüringens als Risikogebiete. Die Fälle der Erkrankungen bundesweit schwanken nach Angaben der Experten von Jahr zu Jahr teils deutlich. 80 bis 90 Prozent entfielen bisher aber stets auf den Süden. Das Hohenheimer Forscher-Team beobachtet, dass FSME-übertragende Zecken zunehmend auch im Winter und in Stadtnähe aktiv sind.

Neu seien immer mehr Fälle auch aus dem Norden Deutschlands, wie die Stuttgarter Parasitologin Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim berichtet. "Da läuft gerade etwas ab, was sich hier abschließend noch keiner erklären kann." Auch der Norden könnte demnach künftig zu den Risikogebieten zählen.

Auch Übertragung durch Rohmilchkäse möglich

FSME kann durch Zeckenstiche auf Menschen übertragen werden und kann zu Hirnhautentzündung führen. Auch das Rückenmark kann betroffen sein. Die meisten FSME-Infizierten bleiben beschwerdefrei. In der Regel wird die Krankheit durch Zeckenstiche auf den Menschen übertragen. Mit 350 bis 400 Erkrankungsfällen war 2016 ein extremes Zeckenjahr, schreibt Experte Gerhard Dobler, Leiter des Deutschen Konsiliarlabors für FSME in München.

Zudem gibt es neben den Zecken auch eine neue Ansteckungsquelle: Zwei Menschen hatten im vergangenen Jahr auf einem Ziegenhof in Zwiefalten bei Reutlingen Rohmilch von Ziegen getrunken, die mit dem FSME-Virus verunreinigt war. Es seien bereits vereinzelt solche Fälle aus Osteuropa bekannt geworden, erklärt Rainer Oehme vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg.

Bei den Patienten aus Zwiefalten handele es sich aber um den ersten umfassend dokumentierten Fall. Eine Übertragung durch Rohmilchkäse sei ebenso denkbar. Pasteurisierte Milch hingegen könne diesbezüglich bedenkenlos getrunken werden.

Keine Therapie gegen Hirnhautentzündung

Das Üble an der vom FSME-Virus ausgelösten Hirnhautentzündung ist, dass es keine Therapie oder Medikamente gibt, wie Oehme erklärt. Die Behandlung beschränke sich nach wie vor darauf, die Symptome zu lindern. "Da macht es wirklich Sinn, sich zu schützen." Zumal Langzeitschäden drohen.

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