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Katzen sind empfindsame Seelen. Sie müssen sich wohl fühlen, um zu bleiben. Und sie reagieren empfindlich auf Stresssituationen wie Umzug oder Revierstreitigkeiten. Ein Spray kann die Samtpfoten nun "entstressen". Tipps dazu vom SWR4-Tierarzt Dr. Rolf Spangenberg.
Das Wichtigste für eine Katze ist nicht der Sozialkontakte, sondern ihr Revier. Ein Umzug ist für eine Katze dementsprechend ein Stressor erster Güte. Auch wenn sich in der Familie etwas ändert, beispielweise ein neues Familienmitglied oder ein neues Haustier dazu kommt, fühlen sich die Vierbeiner verunsichert. Laute Geräusche oder ein Tierarztbesuch können sie ebenfalls nachhaltig stressen. Leben mehrere Katzen zusammen, sorgen manchmal Revierstreitereien für Stress. Und den bekommt nicht nur die Katze zu spüren, sondern auch ihre Besitzer. Denn unter Stress zerkratzen Katzen die Einrichtung oder sie verspritzen Harn in der Wohnung. Das Tier kann auch aggressiv werden, wenn es sich gar nicht anders zu helfen weiß. Manchmal fressen Katzen auch nichts mehr oder putzen sich so heftig, dass kahle Stellen im Fell entstehen.
Ein Spray kann nun helfen, Stress abzubauen. Es besteht aus einem Hormon, einem so genannten Pheromon, das die Katze normalerweise selbst produziert und damit ihr Revier markiert. Mit anderen Worten, der Geruch gibt der Katze das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Stehen also Tierarztbesuche, Umzüge oder Feste wie Silvester an, kann das Spray eingesetzt werden. Es wird an Orten eingesetzt, an denen die Katze beispielsweise mit Harn markiert oder an für das Tier prominenten Stellen in der Wohnung, wie Türen, Katzenklappen oder Fensterbrettern. Das Spray gibt es in Zoofachgeschäften und beim Tierarzt.
Am besten ist es natürlich, die Katze erst gar nicht zu stressen. Das ist bei einem Umzug natürlich nicht möglich. Kommt es allerdings zu Revierstreitereien oder leidet die Katze darunter, dass ihr "Herrchen" oder "Frauchen" zu selten zu Hause ist, sollte man diese Situationen abstellen. Manchmal steckt allerdings hinter einer vermeintlichen Stressreaktion auch eine Krankheit. So kann eine Katze, die Harn in der Wohnung verspritzt, auch unter einer Erkrankung der Harnwege leiden.
Letzte Änderung am: 14.07.2011, 11.42 Uhr