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Marienkäfer suchen Winterquartier Gepunktete Plage

aus Am Vormittag vom Freitag, 4.11.2011 | 9.00 Uhr | SWR4 Rheinland-Pfalz

Wer in diesen Tagen mit offenen Augen durch die Natur geht, der wird sie nicht übersehen können: Riesige Marienkäfer-Schwärme überziehen Bäume und Hauswände mit einem rot-schwarzen Teppich. Wir erklären die Ursachen und Folgen dieser gepunkteten Invasion.

Marienkäfer in Frankreich

Vor gut zehn Jahren wurde der Asiatische Marienkäfer nach Deutschland geholt. Er sollte als ökologisch unbedenklicher Schädlingsbekämpfer in hiesigen Gewächshäusern eingesetzt werden. Die kleinen Insekten, die von hellgelb über dunkelrot bis fast schwarz gefärbt sein können, fanden jedoch schnell ihren Weg in die freie Natur - und da sie kaum Fressfeinde haben und sich viel schneller als die heimischen Marienkäfer vermehren, sind sie inzwischen weit verbreitet.

Im Schwarm geht alles besser, auch das Überwintern!

Der Naturschutzbund NABU vermutet, dass die Marienkäfern-Wolken, die zur Zeit durch die Luft schwirren, überwiegend aus eben diesen Asiatischen Marienkäfern bestehen, die auf der Suche nach einem Winterquartier sind.

Im Herbst, wenn die Tage kürzer werden, schwärmen sie aus und suchen nach einem geschützten Ort zum Überwintern. Dabei ist Eile geboten, denn sobald es Frost gibt, fallen die gepunkteten Käfer in eine Winterstarre und sind völlig wehrlos.

Gute Verstecke sind gefragt

Es gilt daher, rasch ein gutes Versteck zu finden. In Frage kommen zum Beispiel Nischen in Häuserfassaden oder Rollladen-Kästen. Und weil die Marienkäfer gerne im Schwarm überwintern, ist so manche eigentlich weiße Fassade zur Zeit leuchtend rot getüncht.

Bis zu den ersten Minusgraden

Ein Ende des Spukes ist jedoch schon in Sicht: Wenn in ein paar Wochen der erste Frost kommt, werden die Käfer in ihren Winterverstecken verschwunden ein!

Außer sie verirren sich in eine Wohnung: Dort ist es zu warm für die Winterstarre und die Käfer bleiben aktiv, bis sie nicht mehr können. Deshalb sollten Sie verirrte Marienkäfer lieber rechtzeitig vor die Tür setzen!

Marienkäfer

Das gute Nahrungsangebot für die Larven in diesem Jahr sorgte für die Plage.

Kristin Lorenz / Werner Eckert

Letzte Änderung am: 02.11.2011, 09.44 Uhr

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