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Wikipedia, die Enzyklopädie im Internet, sucht vor allem ältere Menschen als Autoren. Ältere Frauen und Männer gelten nicht nur als erfahren und zuverlässig. Oft sind sie beim Schreiben auch gründlicher und sorgfältiger als junge Heißsporne. Doch wie funktioniert das? SWR-Internet-Experte Stefan Frerichs erklärt es uns. Er schreibt selbst seit mehr als fünf Jahren in seiner Freizeit Artikel für Wikipedia.

Die Einstiegshürden scheinen zunächst niedrig: "Bei Wikipedia kann jeder mitmachen und man braucht keine besondere Qualifikation", sagt der Experte. Natürlich sollte man die neue deutsche Rechtschreibung beherrschen. Und sich darüber im Klaren sein, dass enzyklopädische Texte einen bestimmten Schreibstil verlangen: "Knapp und genau - einfach mal alte Texte aus der Schublade nehmen und in Wikipedia kopieren funktioniert deshalb nicht."
"Texte in Wikipedia müssen allerdings auf eine bestimmte Art gestaltet werden", sagt Stefan Frerichs, "aber das lernt man am besten, indem man es an einem konkreten Artikel ausprobiert." So wird zum Beispiel ein Wort bei Wikipedia dadurch fett angezeigt, dass man am Anfang und Ende drei Anführungszeichen setzt. Und Verlinkungen auf andere Artikel in Wikipedia werden dadurch erzeugt, dass man den betreffenden Begriff in doppelte eckige Klammern setzt.
"Einen Artikel für Wikipedia zu schreiben ist gar nicht so schwer", macht der Experte Mut. Interessierten empfiehlt er auf die Startseite von Wikipedia zu gehen (de.wikipedia.org) und dort in der linken Spalte unter der Rubrik "Mitmachen" nachzuschauen. Dort gibt es auch einen Menüpunkt "Neuen Artikel anlegen", unter dem in acht Schritten erklärt wird, wie man einen Artikel schreibt. Weiterhelfen können auch die Hilfe-Rubrik und das Autorenportal, in dem man alles über die Regeln bei Wikipedia nachlesen kann.
Um bei Wikipedia mitzumachen, sollte man sich als Benutzer anmelden. "Das muss man nicht unter seinem richtigen Namen tun", sagt Stefan Frerichs. "Als angemeldeter Benutzer bekommt man einen erfahrenen Wikipedianer als Mentor angeboten, an den man sich persönlich mit Fragen wenden kann." Und man kann eine eigene Benutzerseite anlegen, auf der man etwas über sich erzählen kann - etwa über die eigene Vorbildung und die Interessen.
Wer sich jedoch bei Wikipedia nicht an die Regeln hält, kann auch mal Kritik ernten. "Da herrscht oft ein rauer Ton", weiß Frerichs aus Erfahrung zu berichten. "So bin ich schon mal auf einer Diskussionsseite von einem Autor angemotzt worden, weil ich an seinem Artikel etwas ergänzt hatte - was man natürlich darf. Ich lasse solche Menschen dann immer mit einer besonders höflichen und sachlichen Antwort auflaufen."
An der großen Online-Enzyklopädie mitzuschreiben, kann richtig Spaß machen. Und man kann auf diesem Wege dem Internet, aus dem man so viele nützliche Informationen zieht, auch mal etwas zurückgeben. "Gerade ältere Menschen sollten bei Wikipedia mitmachen", empfiehlt Stefan Frerichs, "weil sie dadurch ihr großes Wissen und ihre langjährige Erfahrung weitergeben können." Außerdem kann man in verschiedenen Themenportalen rasch Leute mit gleichen Interessen finden. So gibt es zum Beispiel regionale Portale, in denen "Wikipedianer" gezielt an Artikeln zu ihrer Heimatregion schreiben. Für Rheinland-Pfalz gibt es zurzeit insgesamt elf Portale - zum Beispiel für Mainz und Trier oder für den Mittelrhein und den Pfälzerwald.
Stefan Frerichs / Wulf Piella
Letzte Änderung am: 06.12.2011, 14.32 Uhr