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Die Werbung ist zu laut, der Film ist zu leise: als Fernsehzuschauer muss man ständig mit der Fernbedienung bewaffnet sein. Denn die Lautstärke ist immer anders. ARD und ZDF haben beschlossen, dass sich an diesen Lautstärke-Einstellungen der Sender etwas ändern soll. Unser Technik-Experte Andreas Reinhardt weiß mehr.
Die Werbung ist tatsächlich oft lauter als das übrige Fernsehprogramm. Ein Werbespot hat nur 20 Sekunden Zeit, da muss alles rein. Da werden viele akustische Elemente reingepackt. Technisch wird dann der Ton noch einmal komprimiert. Das heißt, die lauten Töne werden begrenzt, die leisen werden angehoben. Damit gibt es eine Maximallautstärke für 20 Sekunden und das wirkt natürlich sehr laut. Deswegen wirkt Werbung 20 bis 40 Prozent lauter, als das, was wir sonst so hören. Davon fühlen sich nach einer Umfrage zwei von drei Zuschauern gestört.
"Lautheitsnormierte Tonaussteuerung" nennt sich eine Richtlinie der Europäischen Rundfunkunion, die jetzt in Deutschland umgesetzt werden soll. Danach soll die Lautstärke zwischen der Werbung und dem übrigen Programm angeglichen werden. Hiervon versprechen sich die öffentlich-rechtlichen, aber auch die privaten Sender mehr Akzeptanz für ihre Werbung. Die Zuschauer sollen die Werbung nicht leise machen, sondern ohne Regelung der Lautstärke ansehen. Auch die Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Sendern sollen beseitigt werden. Wer durch die Programme zappt, kennt das: Einige Programme sind lauter, andere leiser. Das soll sich jetzt ändern.
Den Anfang haben die Öffentlich-Rechtlichen bei den Werbespots gemacht. Seit Anfang des Jahres werden Werbespots, die zu laut sind, nicht mehr angenommen. Zur Funkausstellung Ende August soll bei allen Sendern die Lautstärke einheitlich sein, so dass es diese Sprünge nicht mehr gibt.
Musik oder Geräusche in Filmen dienen der Dramaturgie und werden bewusst eingesetzt. Laute oder leise Musik soll zum Beispiel Dynamik oder Spannung erzeugen und somit sind solche Lautstärkensprünge gewollt. Die bleiben auch erhalten, damit nicht alles zu einem Einheitsbrei wird.
Andreas Reinhardt/Cynthia Walther
Letzte Änderung am: 20.01.2012, 09.29 Uhr