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Dieser Sommer ist ein Schneckensommer. Das feuchte Wetter schafft ideale Lebensbedingungen für die schleimigen Tiere. Eine Schnecke ist dabei besonders auf dem Vormarsch: die spanische Wegschnecke. Sie ist nicht wählerisch, mag Gemüse und Grünzeug aller Art. Fachleute sprechen sogar schon von einer Plage. Ist sie Ihnen auch schon über den Weg gelaufen? Unsere Experten Heike Boomgaarden und Dr. Rolf Spangenberg geben Tipps.

Normalerweise setzen Gartenbesitzer auf den Igel als natürlichen Feind der Schnecke. Bei der Spanischen Schnecke, die auch Nacktschnecke genannt wird, ist das allerdings ein Problem: "Der Igel kann die Schnecke gar nicht essen, denn sie ist extrem bitter und schleimt sehr stark", erklärt Gartenexpertin Heike Boomgaarden. Da auch die Laufenten aus denselben Gründen von der Nacktschnecke lassen, hat diese gar keine natürlichen Feinde - da muss der Mensch schon selbst eingreifen.
Gartenfreunde sollten ihre Pflanzen vor der Nacktschnecke schützen. Hier kann es helfen, die Pflanzen mit Stroh abzumulchen, denn dann geht die Schnecke nicht so gerne dran. Rindenmulch hilft z.B. gut bei Stauden. Und eins bleibt dem Besitzer nicht erspart: abends durch den Garten gehen und vorhandene Schnecken "absammeln". Und wohin damit? Salzen, in heißes Wasser werfen oder Durschneiden sind ziemlich grausame Methoden, sich der eingesammelten Schnecken zu entledigen. Mittlerweile gibt es allerdings auch eine Variante des bekannten Mittels "Schneckenkorn", die biologisch abbaubar ist und anderen Tieren nicht schadet. Gartenexpertin Heike Boomgaarden ist allerdings dafür, die Tiere am Leben zu lassen und nach dem Einsammeln z.B. im Wald auszusetzen.
Die Spanische Wegschnecke ist wahrscheinlich über Grünzeug und Gemüse ins Land gekommen, vermutet SWR4-Tierarzt Dr. Rolf Spangenberg. Übrigens kommt sie nicht aus Spanien, wie man aufgrund ihres Namens vermuten würde, sondern wohl eher aus West-Frankreich. Ganz neu ist die Schnecke übrigens nicht: Laut unseres Experten wird sie schon seit 1969 auf der rechten Rheinseite beobachtet.
Die Kastanienminiermotte befällt Bäume, rund um den Flughafen treten Malaria-Mücken auf, sogar Kormorane sind zu beobachten: Es treten immer mehr exotische Tierarten in Deutschland auf, die aus anderen Ländern einwandern. Auch der Waschbär, der verstärkt in und um Kassel auftritt, breitet sich über die hessische Stadt hinaus aus. Kaum zu glauben, aber wahr: "In unseren Gewässern und Teichen treten sogar Piranhas auf", weiß Dr. Spangenberg zu berichten. "Sie sind wahrscheinlich von Aquariumsbesitzern ausgesetzt worden - und vermehren sich insbesondere in warmen Jahren gut!"
Wulf Piella
Letzte Änderung am: 16.08.2011, 08.54 Uhr