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Ihre Blüten schweben oft elegant an langen Stielen und sind farbenfroh wie tropische Vögel: Orchideen bringen einen Hauch von Exotik ins Wohnzimmer. Doch die Pflanzen sind empfindlich und brauchen gute Pflege? SWR4-Blumenexpertin Heike Boomgaarden gibt Tipps.
Früher waren die empfindlichen Exoten nur wohlhabenden Menschen vorbehalten, die sich Gewächshäuser leisten können. Doch seit es Zentralheizungen gibt, kann jeder Orchideen haben und für die Pflanze im Wohnzimmer einen Lebensraum schaffen. Bei guter Pflege können Orchideen sehr alt werden und Sie über viele Jahre mit ihrer Farbenpracht erfreuen.
Orchideen sollten so stark gegossen werden, dass sich überschüssiges Wasser im Übertopf sammelt. Allerdings dürfen die Wurzeln nicht im Wasser stehen bleiben. Es gibt spezielle Übertöpfe, die sehr zu empfehlen sind. Viele Orchideen, vor allem die empfindlicheren Arten, vertragen normales Leitungswasser nicht. Es ist zu hart und enthält zu viele gelöste Salze und andere Stoffe, die die Pflanze schädigen. Am besten eignet sich Regenwasser, gefiltertes Wasser oder 1:1 mit destilliertem Wasser vermischtes Leitungswasser.
Hier gilt weniger ist mehr. Orchideen dürfen nicht überdüngt werden. Im Fachhandel ist spezieller Orchideendünger erhältlich. Möchten Sie auf der sicheren Seite sein, können sie ein Drittel der angegebenen Düngermenge in das Wasser geben, in das sie ihre Orchideen tauchen. Bei richtiger Düngung sind die Blätter der Orchideen fest und stabil, bei zu viel Dünger werden sie dagegen weich.
Pralle Sonne mögen Orchideen nicht. Direkte Sonneneinstrahlung durch das Fensterglas könnte die Pflanze verbrennen. Daher ist das ganze Jahr über ein Ost- oder Westfenster als Standort ideal. Im Winter sind Südfenster gut geeignet, im Sommer Nordfenster. Und Vorsicht: Orchideen mögen keine Zugluft!
Nach der Blüte ist immer der beste Zeitpunkt. Grundsätzlich gilt: möglichst kleine Töpfe verwenden, die in stabilen Übertöpfe stehen. Die meisten Orchideen wachsen mehrtriebig, werden also ständig größer und sollten deshalb alle zwei Jahre in etwas größere Töpfe umgetopft werden - und später auch geteilt werden.
Das Substrat sollte grob und luftdurchlässig sein. Im Gartenfachhandel werden entsprechende Substrate angeboten. In den Topf bringt man eine 2 bis 3 Zentimeter Drainageschicht ein, zum Beispiel Tonscherben. Dann wird die Pflanze vorsichtig in den Topf gesetzt und die Wurzeln mit frischem Substrat umhüllt. Immer wieder auf den Tisch klopfen, damit sich das Substrat gut einfüllen lässt.
Gegen die meisten Schädlinge, die eine Orchidee befallen können, gibt es die Möglichkeit ein Blattlausspray zu verwenden. Das hält die Pflanze sauber und ist das einfachste Mittel. Wenn eine Orchidee aber klebrige Blätter bekommt, dann ist das nicht auf Schädlinge zurückzuführen. Das bedeutet vielmehr, dass die Luftfeuchtigkeit zu niedrig ist. Wenn man die Orchideen regelmäßig mit Wasser einsprüht, hören sie auf zu "goutieren".
Heike Boomgaarden / Stefan Frerichs
Letzte Änderung am: 12.09.2011, 09.39 Uhr