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150 alte Autoreifen türmen sich im Schrebergarten von Hans-Josef Schmidt aus Trier-Pfalzel auf. Unbekannte haben sie einfach dort abgeladen. Der Rentner bleibt jetzt auf den Entsorgungskosten sitzen. Rechtlich richtig, aber ärgerlich. Dabei könnte alles so einfach sein.

Reifen über Reifen illegal abgeladen
Der 68jährige Hans-Josef Schmidt aus Trier-Pfalzel ist eigentlich Rentner, doch seit Kurzem hat er wieder einen Vollzeitjob. Er sitzt den ganzen Tag am Telefon, um die 150 Altreifen los zu werden. Seit ein Reifenturm seinen Garten verunstaltet, türmen sich auch die Probleme des Rentners auf. 600 Euro würde es alleine kosten, die Reifen zu entsorgen – das ist die Hälfte seiner monatlichen Rente. SWR4-Reporter hat Hans-Josef Schmidt in seinem Garten besucht.
Doch Hans-Josef Schmidt muss wohl tief in die Tasche greifen, denn laut Gesetz ist der Grundstückseigentümer für die Müllentsorgung zuständig, egal wie der Müll dorthin gekommen ist. Das bestätigt auch SWR4-Rechtsexpertin Mareike Sander.
Die Geschichte von Hans-Josef Schmidt ist kein Einzelfall, auch wenn in der Regel nicht solche spektakulären Mengen an Müll entsorgt werden. Für die Männer der Mainzer Straßenreinigung beispielsweise gehören kleinere illegale Müllhalden auf Bürgersteigen zum Alltag. Verstehen können die Straßenreiniger das nicht, denn den Müll kann man in den meisten Fällen umsonst los werden. SWR4-Repoter Wolfgang Seligmann war in der Mainzer Neustadt unterwegs.
"In den allermeisten Städten wendet man sich an das Amt für Abfallwirtschaft und dann bekommt man einen Termin zu dem man die Sachen auf den Gehweg stellt, das ist ganz einfach" weiß Susanne Henn aus der SWR4-Umwelredaktion. Man kann auch selbst zu den Recycling- oder Wertstoffhöfen fahren. Dorthin gehört auch Elektroschrott, wie Staubsauger, Föns, CDs, Laptops oder Batterien. Sie werden zerlegt und wiederverwertet. "Das ist für die Umwelt aber auch für ein rohstoffarmes Land wie Deutschland wichtig", sagt Umweltexpertin Susanne Henn.
Hans-Josef Schmidt aus Trier-Pfalzel, der auf seinem Altreifenturm sitzt, hofft immer noch darauf, dass der Täter gefunden wird, denn im Raum Trier kann im Schnitt jeder vierte Müllsünder ermittelt werden. Der Rentner hat aber vorsichtshalber selbst vorgesorgt. Den Weg zu seinem Grundstück versperrt jetzt eine Schranke.
Letzte Änderung am: 12.01.2012, 16.24 Uhr