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Mit dem Sommer im Herbst soll es ja nun bald vorbei sein. Dann sinken die Temperaturen, es wird windig und nass. Da suchen nicht nur wir Menschen eine sichere Behausung auf, sondern auch die Igel. Die freuen sich natürlich, wenn sie im Garten einen Laubhaufen finden - oder vielleicht sogar ein richtiges "Igelhaus". Unsere Expertin Heike Boomgaarden erklärt, wie Sie Ihren Gartengästen einen Unterschlupf bauen!

Eine wichtige Voraussetzung fürs Igelhaus ist das Laub. Wir haben ja dieses Jahr einen vorzeitigen Laubfall - das heißt, unsere Bäume schütteln sich jetzt schon und stehen fast nackt da. Da fällt richtig viel Laub an, das wir sammeln sollten. Ganz wichtig ist bei einem Igelhaus, dass wir uns zuerst einen geschützten Ort dafür suchen. Zum Beispiel unter einem Baum oder unter einem großen Holunderstrauch. Hier rechen wir den Platz erst mal frei, dann legen wir ein richtig schönes Laubbett aus.
Das Laubbett alleine reicht dem Igel noch nicht. Sie müssen sich vorstellen, dass Sie ein kleines Winterhäuschen für den Igel basteln. Wenn er sich dann so richtig in sein Bett gekuschelt hat, darf es dort nicht zu feucht und auch nicht zu kalt werden. Das erreichen Sie dadurch, dass Sie um das Laubbett herum etwas Holz stapeln und dann noch eine Schutzschicht draufmachen. Das so entstandene Häuschen können Sie noch mit ein wenig Moos schützen. Wer mag, kann auch eine Mulchfolie in eine Ecke legen - dann kommt der Igel gerne und nistet sich dort ein.
Um den Igel gut in den Garten zu locken, gibt es übrigens einen Trick: einfach ein bisschen Fallobst liegen lassen - das isst er unheimlich gern!
Die Form des Häuschens ist egal, wir haben freie Hand in der Gestaltung. Am besten machen Sie das mit Kindern, denn die sind richtig kreativ. So entsteht vielleicht sogar ein kleines Indianer-Tipi als Igelhaus! Wer keine Möglichkeit hat mit Kindern zu basteln oder nur einen kleinen Garten hat, der kann auch eine etwas größere Kunststoffkiste nehmen. Hier einfach das Laub reinlegen, dann vorne noch ein kleines Türchen oder einen Eingang anlegen und "Igelhaus" draufschreiben - da kann bestimmt kein Igel widerstehen!
Wichtig: Igel sollten in der freien Natur überwintern - und nicht aus falsch verstandener Fürsorge ins Haus geholt werden. Das ist gut gemeint, aber für den Igel nicht hilfreich. Gerade zu Herbstanfang sind hier und dort noch Jungtiere unterwegs, um sich Fettreserven anzufressen. Diese sollten nur dann aufgenommen oder an eine Igelstation gegeben werden, wenn sie unterernährt oder krank sind, sagen auch die Experten vom Naturschutzbund NABU.
Ab Mitte November halten die Stacheltiere bis März oder April des folgendes Jahres Winterschlaf. Das heißt auch, dass Sie in dieser Zeit den selbst geschaffenen Unterschlupf bzw. das Igelhaus nicht mehr umsetzen sollten, um die Tiere nicht zu stören.

Letzte Änderung am: 04.10.2011, 11.53 Uhr