aus Radioladen vom Donnerstag, 23.9.2010 | 9.00 Uhr | SWR4 Rheinland-Pfalz
Im Garten beginnt jetzt der Herbstputz. Überall werden Heckenschere und Laubrechen geschwungen - und dann kommt der ganze Grünschnitt auf die Biomülldeponie. Aber zu viel Ordnung ist für den Garten gar nicht gut, erklärt SWR4-Gartenexpertin Heike Boomgaarden.
Grundsätzlich sollten Sie alles Laub vom Rasen entfernen, damit sich darunter keine Pilze entwickeln können. Die würden nämlich auf dem Rasen nicht nur unschön aussehen, sondern auch das Wachstum des Grases stören. Außerdem rät Heike Boomgaarden alle Blätter aus dem Garten zu entfernen, die nur schwer verrotten, wie Blätter von Eichen oder Walnussbäumen.
Alles andere Laub können Sie anschließend als Flächenkompost auf Ihre Blumen- und Staudenbeete ausbringen. Dadurch wird der Boden etwas vor dem Winterfrost geschützt und durch die Verrottung entsteht auch wieder guter Humus. So bleibt das Laub dem Naturkreislauf Ihres Gartens erhalten und die darin enthaltenen Nährstoffe gehen dem Boden nicht verloren.
Jetzt sollten auch Hecken, Sträucher und Stauden gestutzt werden - aber auch dabei sollten Sie einiges beachten. Das einzige, was laut SWR4-Gartenexpertin Heike Boomgaarden jetzt radikal zurückgeschnitten werden sollte, sind Hecken. Die werden jetzt in die gewünschte Form geschnitten, und dabei müssen Sie auch alle kranken Pflanzenteile konsequent entfernen. Wenn Sie Ihre Hecken jetzt hegen und pflegen, treiben sie im Frühjahr wieder schön aus.
Wenn Sie Sträucher und Stauden stutzen, tun Sie es bitte nicht zu radikal! So sollten Sie Rosen jetzt nur um etwa ein Drittel zurückschneiden. Sonst haben Sie, falls die Rosen im Winter noch Frostschäden bekommen, beim eigentlichen Rosenschnitt im Frühjahr keinen Spielraum mehr. Sträucher und Stauden sollten Sie im Herbst auch deshalb nicht zu stark zurückschneiden, weil sie im Winter vielen Tieren als Nahrungsquelle und Unterschlupf dienen. Wenn Sie in einer Ecke Ihres Gartens einen Laubhaufen anlegen, freuen sich Igel und andere Tiere über ein warmes Winterquartier.
Grundsätzlich ist Heike Boomgaarden der Meinung, dass Grünschnitt und Laub möglichst im Garten bleiben sollen. Ihr Motto ist: "Was im Garten gewachsen ist, sollte auch dort bleiben." Denn wenn Sie das Schnittgut häckseln oder kompostieren, haben Sie immer guten Humus oder guten Kompost. Die darin enthaltenen Nährstoffe kommen wieder Ihrem Garten zugute und damit bekommen Sie einen gesunden Boden und starke Pflanzen.
Heike Boomgaarden / Stefan Frerichs
Letzte Änderung am: 22.09.2010, 16.50 Uhr