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Im Jahr schlagen in Deutschland mehr als zwei Millionen Blitze ein. Die meisten davon in den Monaten Juli und August. Die Schäden durch Blitzeinschläge sind enorm und belaufen sich jedes Jahr auf mehrere hundert Millionen Euro. Besonders empfindliche technische Geräte wie Computer, Fernseher und Telefone können bei Gewittern durch Überspannungen kaputt gehen. Wie kann man sie schützen?

Vorsicht Überspannung
Wenn ein Gewitter naht und Sie nicht wissen, wie gut Ihr Blitzschutz ist, dann können Sie einfach den Stecker ziehen. Das ist für die empfindlichen technischen Geräte ein ausreichender Schutz vor Überspannungen. Sicherheitshalber sollten Sie aber auch den Antennenstecker ziehen und das Telefon ausstöpseln. Denn Überspannungen können theoretisch durch alle metallenen Leitungen in Ihr Haus oder die Wohnung gelangen. Den Stecker ziehen können Sie natürlich nur, wenn Sie zum Zeitpunkt des Gewitters auch zu Hause sind.
Einen gewissen Schutz vor Überspannungen bieten Zwischenstecker oder Steckerleisten, die zu hohe Spannungen ableiten. Hier sollte es aber nicht ein Billigmodell sein, sondern eines, das möglichst viele vertrauenswürdige Prüfzeichen trägt. Zwischenkästchen gibt es auch für Telefon- und Antennendosen. Lebt man in einer Gegend mit relativ vielen Gewittern, dann macht ein Überspannungsschutz bereits im Keller Sinn, bei dem alle Leitungen zentral gesichert werden. Zudem ist dann ein äußerer Blitzschutz mit Blitzableiter wichtig.
Schlägt der Blitz ins eigene Haus ein, dann hilft auch keine Steckerleiste mehr, um die technischen Geräte zu schützen. Der Blitzableiter am Haus, so überhaupt vorhanden, schützt in erster Linie das Haus und die Menschen, die darin leben. Der Blitzstrom kann aber so hoch sein, dass trotzdem die Geräte einen Schaden nehmen. Blitzschutzexperten empfehlen daher für eine größtmögliche Sicherheit ein mehrstufiges Konzept mit innerem und äußerem Blitzschutz, das auf das jeweilige Gebäude abgestimmt ist.
Schäden, die durch Überspannungen und Blitzeinschläge entstehen, werden nicht in jedem Fall von der Versicherung übernommen. In der Gebäudeversicherung sind in der Regel Schäden durch direkten Blitzeinschlag abgedeckt, nicht aber die Schäden an den Elektrogeräten. Diese Schäden durch Überspannung müsste die Hausratversicherung zahlen. Hier hilft ein Blick in die entsprechende Versicherungspolice. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft spricht bei der Hausratversicherung von einem hohen Anteil von Schäden, die durch Überspannung verursacht werden. Im Jahr 2006 waren das 450.000 Fälle mit einer Summe von 240 Millionen Euro.
Andreas Reinhardt
Letzte Änderung am: 02.07.2008, 09.26 Uhr