aus Am Vormittag vom Donnerstag, 5.1. | 9.00 Uhr | SWR4 Rheinland-Pfalz
Eigentlich sollten Pollenallergiker um diese Zeit verschont bleiben, doch bei zweistelligen Temperaturen interessieren sich Pflanzen wenig für den Kalender - und treiben Blüten aus. Natürlich kommen damit auch die Pollen in die Luft. Das bedeutet einen anstrengenden Start ins neue Jahr für Allergiker. SWR4-Gartenexpertin Heike Boomgaarden sagt Ihnen, was da fliegt und Hausarzt Dr. Bernhard Lenhard erklärt, wie Sie die frühe Pollenplage überstehen.

Der Januar 2012 hat bisher noch nichts Winterliches an sich: Mildes Klima mit zweistelligen Temperaturen herrscht in Rheinland-Pfalz - und die Pflanzen treiben aus. "Wir befinden uns wettermäßig nicht nur im Frühling, sondern auch im Herbst", sagt SWR4-Gartenexpertin Heike Boomgaarden. Was jetzt Pollen in die Luft schickt, seien also eigentlich fast alle blühenden Pflanzen, speziell aber Haselnuss und Erle. Der milde Winter bedeutet außerdem nicht etwa nur "früherer Frühling", sondern eine längere Blütezeit - wird der nächste Winter auch mild, könnte die "Pollenplage 2012" durchgehend sein. Einzige Hoffnung für Heuschnupfengeplagte: ein Absinken der Temperaturen. "Dann gibt es wenigstens eine Pause für die Allergiker", sagt Heike Boomgaarden.
Im Winter sind Erkältungen an der Tagesordnung, auch in der Praxis von SWR4-Hausarzt Dr. Bernhard Lenhard. Aber wie unterscheidet man die eigentlich von einer allergischen Reaktion? Hinweise geben besonders Begleitsymptome: wenn neben dem Niesen auch die Augen jucken, deutet das eher auf eine Allergie hin. Leidet der Patient dagegen zum Beispiel außerdem unter Kopfschmerzen, Fieber oder hustet Auswurf, dann ist eine "normale" Erkältung wahrscheinlicher. "Notfalls sagen uns die Blutwerte mehr", erklärt Dr. Lenhard. Denn im Blut lassen sich beispielsweise Krankheitserreger schnell nachweisen und so leichter Allergie und Erkältung unterscheiden.
Ob im Januar oder erst im Frühling - die Mittel gegen Heuschnupfen sind immer die gleichen. Zum einen sind das klassische Allergiemedikamente wie Tabletten oder Sprays, die die "übertriebene" Reaktion des Körpers auf die Pollen hemmen. Außerdem hilft Prävention: Meiden Sie möglichst den Gang durch Gegenden, in denen die Frühblüher Haselnuss und Erle zu finden sind. Außerdem hilft es, den Staubsauger öfter einmal stehen zu lassen, denn der wirbelt Pollen in der Wohnung oder im Haus eher auf.
Um eine Allergie ganz loszuwerden, kann die sogenannte Hyposensibilisierung helfen, also eine Gewöhnung an den Allergieauslöser. "Das ist aber erst wieder im Herbst möglich", sagt Dr. Bernhard Lenhard. Der Grund: Erst wenn sich der Körper von der Allergie erholt hat, kann man mit einer Immunisierung beginnen - also dann, wenn die Pflanzenwelt gerade einmal nicht blüht.

Dr. Bernhard Lenhard / Heike Boomgarden / Lucia Hennerici
Letzte Änderung am: 05.01.2012, 11.23 Uhr