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Ohne Geld in der Tasche in einem fremden Land – so kann der Urlaub wirklich zum Horrortrip werden. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das in diesem Jahr noch hundertausenden Bankkunden passieren wird. Der Grund: Viele Kreditinstitute stellen derzeit die sogenannte EC-Karte um. Bei den neuen Karten kann man nicht mehr wie bislang weltweit Geld abheben. Das heißt in den USA oder auch in Asien spuckt der Automat nichts mehr aus. Wir fragen Christof Gaißmayer aus der SWR-Wirtschaftsredaktion.
Sie hätte das Problem fast selbst erwischt, mit leeren Taschen im Urlaub dazu stehen?
Allerdings, denn auch ich habe im letzten Jahr von meiner Sparkasse eine neue EC-Karte zugeschickt bekommen. Wie gehabt wollte ich die jetzt wieder mitnehmen in meinen Urlaub, um mir Geld am Automaten zu holen. Es geht nach Thailand. Nur diesmal kann die Karte zu Hause bleiben, sie nutzt mir nix. Denn auch meine Sparkasse hat bei der EC-Karte vom Bezahlsystem Maestro gewechselt zu VPay. Damit kann ich nicht mehr weltweit an Automaten abheben sondern nur noch in Europa und einigen anderen ausgewählten Ländern. Das heißt für mich und natürlich für alle anderen, die jetzt eine VPay-Karte haben: In Zukunft brauchen wir eine Kreditkarte mit Geheimzahl, um in Asien oder auch den USA, in Dubai oder Kanada am Automaten Geld ziehen zu können.

Woran erkennt man denn, ob man die EC-Karte weltweit oder nur noch in Europa benutzen kann?
Am Logo auf der Karte - bei meiner neuen steht jetzt ob rechts ein "V" auf weißem Grund und darunter das Wörtchen "PAY". Das ist das Zeichen für VPay, das bedeutet mit diesen Karten kann man in EU-Ländern abheben, darüber hinaus noch in der Türkei, in der Schweiz und einigen anderen ausgewählten Staaten. Ganz anders ist das mit den EC-Karte, auf denen das Wörtchen Maestro steht. Damit kann man weltweit an Automaten Geld ziehen.
Wie viele Bankkunden sind denn jetzt schon betroffen von diesem Wechsel bei der EC-Karte?
Das trifft Millionen Kunden, denn viele Banken und Sparkassen stellen um. Sie haben schon vor längerer Zeit begonnen, bei einem Kartentausch nur noch die neuen VPAY-Karten auszugeben. Die Postbank beispielsweise will bis zur Jahresmitte diese Aktion beenden. Wichtig für die Kunden ist, dass sie wissen, dass mit der neuen Karte im Gegensatz zu früher nicht mehr weltweit abheben können, sondern dafür eine Kreditkarte mit Geheimzahl brauchen.
Warum stellen die Kreditinstitute eigentlich um?
Es geht darum, den Kartenmissbrauch einzudämmen. Wir haben ja schon oft darüber berichtet, dass auch in Deutschland Bankkunden an den Geldautomaten ausspioniert werden. Mit ihren Kartendaten und der Geheimzahl werden dann Dubletten erstellt, mit denen in Russland, Asien oder Südamerika Geld abgehoben wird. Mit der neuen VPAY-Karte ist das so nicht mehr möglich.
Es gibt aber auch Banken, die bei der Maestro-Karte bleiben und damit bei der Möglichkeit der weltweiten Abhebung - die Deutsche Bank beispielsweise: hier müssen sich die Kunden aber auch umstellen. Das Kreditinstitut fordert derzeit seine Kunden auf, sich für die Abhebung mit der EC-Karte außerhalb der Euro-Zone ein Auslandslimit einräumen zu lassen. Das geht beim Kundenberater oder einer Hotline. Damit soll der Kartenmissbrauch eingedämmt werden. Auch die Commerzbank prüft derzeit ein Auslandslimit bei der EC-Karte einzuführen.
Christof Gaißmayer
Letzte Änderung am: 06.07.2011, 09.41 Uhr