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Gesundheit ist uns teuer - und die Kosten dafür steigen ab nächstem Jahr noch mehr: Die Bundesregierung hat beschlossen, die Beiträge für die Krankenkassen auf 15,5 Prozent anzuheben und höhere Zusatzbeiträge zu erlauben. Lesen Sie, was jetzt besonders auf Rentner zukommt.
Die Koalition von CDU/CSU und FDP will das Gesundheitswesen in Deutschland allmählich umgestalten, um es für die Zukunft zu sichern. Den gesetzlichen Krankenkassen droht im kommenden Jahr ein Defizit von elf Milliarden Euro. Die Bundesregierung hat deshalb beschlossen, die Beiträge für die Krankenkassen von 14,9 auf 15,5 Prozent anzuheben. Hierbei tragen die Arbeitnehmer mit künftig 8,2 Prozent weiter den Löwenanteil. Die Beiträge der Arbeitgeber zur Krankenversicherung steigen auf 7,3 Prozent, sollen aber auf dieser Höhe festgeschrieben werden. Das heißt: Mögliche künftige Erhöhungen der Krankenkassenbeiträge müssen die Arbeitnehmer allein tragen.
Darüber hinaus hat das Bundeskabinett entschieden, dass die Krankenkassen von ihren Beitragszahlern künftig höhere Zusatzbeiträge erheben dürfen. Bislang war der Zusatzbeitrag auf ein Prozent des Einkommens begrenzt, meist wurde von den Kassen aber nur ein Beitrag von höchstens acht Euro im Monat erhoben. In Zukunft können die Krankenkassen aber von Arbeitnehmern und Rentnern Zusatzbeiträge in unbegrenzter Höhe fordern. Wenn der Zusatzbeitrag allerdings zwei Prozent des Einkommens eines Versicherten übersteigt, soll er vom Staat einen Ausgleich bekommen.
Oppositionsparteien, Sozialverbände und Gewerkschaften kritisieren, dass die Beschlüsse der schwarz-gelben Bundesregierung sozial unausgewogen sind. So wird vor allem bemängelt, dass die Versicherten mögliche Kostensteigerungen künftig allein tragen sollen. Der Sozialverband VdK kritisiert, dass Rentner und Geringverdiener durch unbegrenzte Zusatzbeiträge überdurchschnittlich benachteiligt werden. Dabei sind vor allem Rentner schon jetzt durch Nullrunden bei den Rentenerhöhungen und durch höhere Zuzahlungen bei Medikamenten besonders belastet. Der VdK erwartet daher, dass die Altersarmut weiter zunimmt.
Stefan Frerichs
Letzte Änderung am: 07.07.2010, 13.05 Uhr