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Herbstzeit ist Nusszeit. Haselnuss und Walnusskern verschönern den Einstieg in die feuchtkalte Jahreszeit. Sie sind die Vorboten des Winters und der Weihnachtsbäckerei. Wenn sich die Blätter goldgelb und rostrot färben, verbeugen sich auch die Nussbäume unter ihrer kernig-schweren Pracht vor der "Zeit des Erntens".

Es gibt sie wieder: erntefrische Nüsse. Zum knacken, backen oder fein hacken in leckeren Salaten und anderen herbstlichen Gerichten. Zwar wachsen auch Haselnüsse bei uns in Deutschland, in großem Stil geerntet und gesammelt werden aber vor allem Walnüsse. In Gärten und Höfen in den milden Weinanbaugebieten hängen die Bäume voll reifer Früchte. Etwa 30 bis 40 Kilo Nüsse wirft ein Walnussbaum im Jahr ab. Walnüsse aus der Region sind im Unterschied zur Importware aus dem Ausland meist ungeschwefelt und unbehandelt. Viele Walnusssammler bringen ihre Ernte direkt zu Obst- und Gemüseverkäufern.
Solange Walnüsse frisch sind, kann man die Schale leicht abschälen. Im Handel sind frische Walnüsse als Schälnüsse oder grüne Walnüsse erhältlich. Isst man sie mit der hellen Haut, schmecken sie ein wenig bitter. Meist aber gibt es Walnüsse getrocknet nur mit der hölzernen Nusswand zu kaufen. Auch Winzer und Bauern verkaufen Walnüsse aus ihrem eigenen Garten im hofeigenen Laden.
Bei allem Glück über den erntereichen Herbst, ist bei manchem Walnussbaumbesitzer die Freude in diesem Jahr getrübt: Statt leuchtend grüner Früchte liegen unappetitliche schwarz-schleimige Brocken auf dem Boden.
SWR4 Gartenexpertin Heike Boomgaarden gibt Entwarnung: Die schwarze Schale ist zwar auf eine Pilzkrankheit namens Marssonina zurückzuführen, meist aber ist nur die grüne Schale und nicht der knackige Kern befallen. Also: Nüsse nicht wegwerfen, sondern trocknen und dann schälen. Heike Boomgaardens Tipp: Alle befallenen Nüsse einsammeln und in einem großen Topf mit dem Hochdruckreiniger säubern und trocknen lassen.
Wichtig ist, so Heike Boomgaarden, im Herbst feuchtes und vom Pilz befallenes Laub unter den Walnussbäumen zu entfernen. Dann darin verbergen sich bereits die Infektionsherde für das nächste Jahr. Wir der Platz unter den Bäumen ordentlich gesäubert und im Frühjahr gut gewässert, steht leuchtend grünen Walnüssen im nächsten Herbst nichts entgegen.
Leicht verwechselt werden kann die Marssonina-Krankheit übrigens mit einem Schaden, der durch die Walnussfruchtfliege entsteht. Deren Maden ernähren sich vom Fleisch der grünen Schale und dabei entsteht ebenfalls eine schwarz-schleimige Verfärbung. Auch hier gilt: Nicht wegwerfen, sondern säubern, trocknen und schälen, denn der Kern ist in der Regel nicht betroffen.
Lange galten sie nur als kalorien- und fettreiche Dickmacher: Nüsse. Heute wissen wir es besser: Nüsse sind auch sehr gesund. Vitamine, vor allem B und E, essentielle Fettsäuren, die Mineralstoffe Eisen, Calcium und Magnesium sowie Ballaststoffe - sie alle stecken in einer Nuss, weiß SWR4 Umweltredakteur Werner Eckert. Sekundäre Pflanzenstoffe in der Nuss - die Stoffe, mit denen eine Pflanze sich selbst vor Schädlingen schützt - schützen auch unser Herz. Wer regelmäßig Nüsse isst, senkt sein Risiko für Herzerkrankungen.
Das aber bedeutet nun nicht, dass man Nüsse gleich händeweise essen sollte, warnt Werner Eckert. Nüsse bleiben Dickmacher, etwa 500 bis 700 Kalorien stecken in 100 Gramm Nüssen. Drei Mal eine kleine Portion Nüsse sind also ausreichend für den gesunden Effekt. Dabei sind alle Nüsse gleich gut, auch wenn sie botanisch betrachtet sehr unterschiedlich sind.
Das gilt übrigens auch in puncto Allergien: Hier sind alle Nüsse gleich schlecht. Während manche Allergiker aber nur gegen Baumnüsse oder nur gegen Erdnüsse allergisch sind, reagieren andere gar auf beides. Noch dazu müssen Allergiker auf Spuren von Nüssen in allen Lebensmitteln achten.
Karin Hässelbarth
Quelle: SWR4 Rheinland-Pfalz
Letzte Änderung am: 10.10.2011, 11.18 Uhr