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Für viele Menschen stehen ein leckeres Hähnchenschnitzel oder ein schmackhaftes Hühnerragout regelmäßig auf dem Speiseplan. Aber für die Hühner ist das Leben oft kein Spaß: Massenhaltung, enge Käfige, kein Auslauf, brutale Behandlung durch die Arbeiter der Zuchtbetriebe.
Das freilaufende Huhn, das nach Lust und Laune im Hof scharren kann, ist der Idealfall und eher die Ausnahme. Nur ein geringer Teil des Fleisches, das wir verzehren, stammt von "glücklichen" Hühnern. Ob dies der Fall ist, kann man der Verpackungskennzeichnung meist nur schwer entnehmen, erklärt Elke Klingenschmitt von der SWR4-Umweltredaktion.
Grundsätzlich wird bei der Kennzeichnung von Geflügelfleisch zwischen extensiver Bodenhaltung, Freilandhaltung, bäuerlicher Freilandhaltung und bäuerlicher Freilandhaltung mit Auslauf unterschieden. Darüber hinaus gibt es noch den Hinweis auf Fleisch aus Öko-Landwirtschaft. Für alle diese Kennzeichnungen gelten genau definierte Zuchtkriterien. Einem Huhn in der Freilandhaltung beispielsweise steht ein Quadratmeter Auslauf zu.
Wenn sich keine der Kennzeichnungen auf der Packung findet, stammt das Fleisch zumeist aus intensiver Bodenhaltung. Mit anderen Worten: einer Zuchtfabrik. Das heißt, das Tier wurde innerhalb von nur fünf Wochen auf einem Quadratmeter gemeinsam mit gut dreißig Artgenossen schlachtreif gemästet. Was nur unter hohem Stress für das Huhn und mit vielen Medikamenten funktioniert.

Am Besten, so Klingenschmitt, ist das Fleisch aus ökologischer Landwirtschaft. Zwar ist es bis zu drei mal teurer als konventionelles Geflügel, dafür aber gelten weitaus höhere Anforderungen an die Zucht. Bei Geflügelware, die mit dem Bio-Siegel gekennzeichnet ist, hatten die Tiere ein Mindestmaß an Auslauf, vorbeugende Medikamente sind verboten, sie haben Futter aus biologischem Anbau bekommen und wurden langsamer gezüchtet. Das schmeckt man schließlich auch, sagt Elke Klingenschmitt.
Auch SWR4-Hausarzt Dr. Bernhard Lenhard warnt vor zu viel Verzehr von Geflügelfleisch aus Massentierhaltung. Die hohen Gaben von Antibiotika, die notwendig sind, damit die Tiere die schnelle Aufzucht überleben, führen zu Resistenzen. Sowohl bei den Tieren, als auch über die Nahrungskette auch beim Menschen.
Grundsätzlich, erklärt Dr. Bernhard Lenhard, ist Fleisch ein wichtiger Eiweißlieferant für den Menschen. Der Vorteil von Hühnchenfleisch ist, dass es fett- und cholesterinarm ist und kaum Auswirkungen auf den Harnsäurestoffwechsel hat. Wichtig ist, so der SWR4-Hausarzt weiter, das Fleisch gut durchzugaren und getrennt von anderen Lebensmitteln zuzubereiten.
Aber wenn zwei Mal in der Woche Fleisch auf dem Speiseplan steht, reicht dies völlig aus. Gute alternative Eiweißquellen, empfiehlt Dr. Bernhard Lenhard, sind Milch und Milchprodukte, Hülsenfrüchte und Sojaprodukte. Wenn dann aber doch Hühnchenfleisch auf den Teller kommen soll, lohnt sich der Besuch eines Wochenmarktes. Wer sich dort versichert, dass das Fleisch von einem bäuerlichen Betrieb aus der Region und im besten Fall aus ökologischer Landwirtschaft stammt, kann mit gutem Appetit ein leckeres Hähnchenschnitzel genießen. Oder ein schmackhaftes Hühnerragout.
Karin Hässelbarth und ein Huhn
Quelle: SWR4 Rheinland-Pfalz
Letzte Änderung am: 30.08.2011, 09.02 Uhr