Blätter nicht mit Maiglöckchen verwechseln
aus Radioladen vom Freitag, 9.4.2010 | 9.00 Uhr | SWR4 Rheinland-Pfalz
Der Frühling ist da und damit auch die Bärlauchzeit! Feinschmecker ernten die grünen Blätter jetzt wieder. Doch Vorsicht: Er ist dem giftigen Maiglöckchen sehr ähnlich! Damit Sie die beiden nicht verwechseln, gibt Susanne Henn aus der SWR4-Redaktion Umwelt und Ernährung wichtige Tipps.
Bärlauch und Maiglöckchen sehen sich ziemlich ähnlich - und werden deswegen schnell verwechselt. Auch, weil sie jetzt im Frühjahr fasst zeitgleich wachsen. Und das häufig an der gleichen Stelle - oft bunt durcheinander.
Das Auffälligste: Bärlauch riecht deutlich nach Knoblauch: vor allem, wenn man ein Bärlauchblatt zwischen den Fingern reibt. Außerdem wachsen seine Blätter einzeln am Stängel. Das Maiglöckchen duftet und die Blätter wachsen immer zu zweit. Auch bei den Blüten gibt es Unterschiede: Maiglöckchen haben viele einzelne Blüten in Glöckchenform, die nach unten hängen. Der Bärlauch hat weniger hübsche Sammelblüten, die nach oben stehen.
Am Maiglöckchen sind besonders die Blüten und die Samen giftig. Aber auch die Blätter enthalten giftige so genannte "Glykoside". Wenn man sie versehentlich isst, kann das zu Schwindel, zu Übelkeit und Erbrechen führen. In extremen Fällen soll der Verzehr von Maiglöckchen schon zu Herzrhythmusstörungen und zum Tod geführt haben. In der Medizin, vor allem in der Homöopathie kommt das Maiglöckchen durchaus vor, aber nur in Fertigpräparaten. Und die sollten nur unter fachkundiger Anleitung eingenommen werden.
Bärlauch ist etwas für Genießer - vorausgesetzt man mag den Geschmack. Seine Blätter können jetzt im Frühjahr zum Beispiel in den Salat gemischt werden. Bärlauch schmeckt aber auch als Gewürz. Um ihn haltbar zu machen, kann man seine Blätter im Mörser klein stampfen oder mit dem Messer hacken, mit Öl übergießen und dann als Pesto verwenden. Übrigens: Bärlauchblätter sollten unbedingt vor dem Blühen geerntet werden, weil sie sonst leicht bitter schmecken. Man kann sie zwar einfrieren, aber nicht trocknen. Durchs Trocknen gehen die Aromen verloren.
Susanne Henn/ Sabine Stöhr
Quelle: SWR4 Rheinland-Pfalz
Letzte Änderung am: 08.04.2010, 16.26 Uhr