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Tipps vom ADAC Das Einmaleins der Winterreifen

Die Temperaturen sind deutlich gefallen, wir müssen Scheiben kratzen: Der Winter steht vor der Tür! Wer jetzt noch keine Winterreifen hat, ist spät dran. Worauf Sie beim Kauf achten sollten, haben wir zusammen mit dem ADAC-Experten Reinhard Moll für Sie zusammen gestellt.

Reifen im Schnee

Außentemperatur

Von Seiten der Reifenindustrie heißt es immer: Ab einer Außentemperatur von sieben Grad plus sollten Winterreifen aufgezogen werden. Der ADAC spricht von sechs Grad, wobei Experte Reinhard Moll betont, dass es sich dabei nur um einen Richtwert handele. Und dieser gelte auch nur, wenn es über längere Zeit bei einer solchen niedrigen Temperatur bleibt und nicht nur vorübergehend nachts.

Wechseltermin

Einen Termin zum Reifenwechsel sollte man rechtzeitig machen - und zwar bevor der große Wintereinbruch kommt. Denn bestürmen alle gleichzeitig die Reifenhändler, kann es terminlich eng werden. Schon allein deswegen, weil sich alle nach der noch relativ neuen Verhaltensvorschrift richten möchten. Diese besagt, dass Autofahrer bei Schnee und Eis nicht mehr mit Sommerreifen fahren dürfen und im Zweifelsfall sogar das Fahrzeug stehen lassen müssen.

Lagerung

Natürlich können Sie die Reifen auch selber wechseln, dann sind Sie zeitlich flexibler. Allerdings stellt sich dann die Frage: Sollte man die Reifen lagern und sie erst vor dem Wechsel auf die Felgen montieren oder sollte das komplette Rad gelagert werden? Das hänge von Fertigkeiten und Lagerkapazitäten ab, sagt der Fachmann. Die Reifen sollten auf jeden Fall dunkel und trocken gelagert werden: Felgen immer übereinander, Reifen ohne Felgen nebeneinander. Und man sollte einen Drehmomentschlüssel zur Hand haben, denn die Schrauben an den Rädern müssen ordentlich nachgezogen werden. Im Zweifelsfall lieber noch mal in die Werkstatt!

Profiltiefe

Der Gesetzgeber schreibt als Mindestprofil 1,6 mm vor. Das ist aus Sicht des ADAC viel zu wenig, der mindestens 4 mm empfiehlt. "Man muss sich vorstellen, dass die Auflagefläche eines Reifens ungefähr so groß ist wie ein DIN A5-Blatt", sagt Reinhard Moll. Wenn der Reifen nicht mehr griffig ist, kommt man ganz schnell ins Rutschen. Um das zu verhindern, seien die 4 mm Mindestprofil erforderlich. Wechselt man nur zwei Reifen aus, sollten die besseren immer hinten montiert werden, das gelte für Front- wie für Heckantrieb.

Altersgrenze

Früher galten sechs bis acht Jahre als Altersgrenze für Reifen, heute geht man eher von acht bis zehn aus. Das Lebensalter der Reifen hänge aber auch davon ab, welche Gummimischung sie haben und wie sie gelagert worden sind, gibt der Experte zu bedenken. "Wenn man in den Kurven das Gefühl hat, man fahre wie auf Holzreifen, dann sollte man wechseln." Spätestens ab einem Alter von sechs Jahren sollte man "genau auf seinen Reifen hören" und gegebenenfalls austauschen.

Angebote

Angebote für Winterreifen einholen und mit anderen vergleichen ist immer gut. Möchte man jedoch einen speziellen Reifen kaufen, der z.B. Testsieger in einem Reifentest war, sollte man schnell reagieren - denn den möchten natürlich auch viele andere kaufen. Reinhard Moll empfiehlt, sich den Wunschreifen beim Händler reservieren zu lassen. Dieser legt den Reifen für Sie zurück, und wenn es dann kalt wird, kann er montiert werden.

Ganzjahresreifen

Von Billigangeboten aus Fernost rät der Experte ab. Auch Ganzjahresreifen sind seiner Ansicht nach eine Mogelpackung: "Im Winter zeigen diese oft akzeptable Leistungen, wenn man nicht gerade ins Gebirge fährt. Gegenüber einem Sommerreifen haben diese Reifen jedoch erhebliche Schwächen und auch einen längeren Bremsweg." Wenn man Allwetterreifen nutzt, sollte man also am besten einen etwas längeren Abstand zum Vordermann einhalten.

Wulf Piella

Letzte Änderung am: 16.11.2011, 12.17 Uhr

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