aus Am Nachmittag vom Freitag, 10.2. | 13.00 Uhr | SWR4 Rheinland-Pfalz
Kennen Sie das auch? Die Autobahn hat drei Spuren. Die rechte Spur ist weitestgehend frei - trotzdem gibt es Autofahrer, die konsequent in der Mitte bleiben. Oft ein Ärgernis für nachfolgende Fahrzeuge, die zum Überholen ganz links rüber müssen. Verstößt dieses Verhalten nicht gegen das Rechtsfahrgebot?
Es kommt darauf an, ob die rechte Spur wirklich ganz frei ist bzw. ob da über eine längere Strecke niemand fährt. Ist das so, dann müssen die Autofahrer von der mittleren auf die rechte Spur wechseln und dort weiterfahren. Sie sind nämlich verpflichtet, sich an das Rechtsfahrgebot zu halten. Wenn Sie aber als Mittelspurfahrer rechts hin und wieder ein Fahrzeug sehen, dürfen Sie auf der mittleren Spur bleiben und diese Fahrzeuge sozusagen in einem Zug überholen. Das heißt, Sie müssen nicht ständig die Spur zum Aus- und Wiedereinscheren wechseln. Das ist auch für andere Autofahrer sicherer.
Natürlich hat das Fahren auf der mittleren Spur auch seine Grenzen. Sie dürfen zum Beispiel nicht die ganze Zeit in der Mitte fahren, wenn Sie rechts erst weit entfernt am Horizont einen LKW sehen.
Sie können sich an folgender Faustformel orientieren: Brauchen Sie höchstens 20 Sekunden, bis Sie auf der Höhe des nächsten Fahrzeugs sind, das Sie überholen möchten, dürfen Sie auf der mittleren Spur bleiben. Wenn Sie voraussichtlich länger als 20 Sekunden brauchen, müssen Sie sich an das Rechtsfahrgebot halten. Ansonsten kann Sie das bis zu 80 Euro und einen Punkt in Flensburg kosten.
Letzte Änderung am: 07.02.2012, 16.41 Uhr