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Temperaturen von Minus 20 Grad und mehr, das ist zu viel für viele Dieselfahrzeuge. Der extreme Frost lässt sie nicht mehr anspringen. Die Gründe: der Kraftstoff "versulzt", die Leitungen frieren ein. Was können Autofahrer tun?
Extremer Frost in Deutschland - den spüren nicht nur die Menschen, sondern auch unsere Autos. Besonders die rund 15 Millionen Dieselfahrzeuge hierzulande. Viele wollen erst gar nicht anspringen. Die Eiseskälte macht nicht nur der Batterie zu schaffen, sondern auch dem Kraftstoff. Oft vereisen die Leitungen und der Kraftstoff "versulzt". Das heißt, es bilden sich Paraffinkristalle, der Diesel wird geleeartig und flockig, der Kraftstofffilter verstopft und das Auto weigert sich die Fahrt aufzunehmen.
Springt das Auto an, ist trotzdem Vorsicht geboten. Winterdiesel ist zwar bis zu Minus 22 Grad Celsius einsetzbar, doch der kalte Fahrtwind lässt die Temperatur weiter sinken. Die Folge: Das Auto bleibt nach ein paar Kilometern stehen.
Spezielle Zusatzstoffe sollten den Diesel eigentlich wintertauglich machen, doch offenbar setzen nicht alle Kraftstoffhändler genügend Additive ein, mutmaßt Johann Hank, Tankstellenpächter und Werkstattbesitzer aus Nersingen-Straß bei Ulm. Manche Kraftstoffe würden deshalb schneller "versulzen".
Was tun, wenn das Auto erst mal steht?
Dann hilft nur noch der Abschleppservice und ganz einfach Wärme. In der Werkstatt muss der Wagen auftauen und braucht möglicherweise einen neuen Kraftstofffilter.
Auftauen - Finger weg von Heizlüftern!
Von Experimenten mit Heizlüftern um das Auto aufzutauen, rät Experte Johann Hank ab. Die Brandgefahr sei zu groß. So geschehen in Rottenacker im Alb-Donau-Kreis: Dort wurden zwei Männer schwer verletzt, als sie den eingefrorenen Dieseltank ihres Lastwagens mit einem Gasbrenner erwärmen wollten.

Diesel im Winter - Additive können helfen
Zur Vorbeugung:
Premium-Kraftstoffe tanken! Alle großen Ölkonzerne wie zum Beispiel Shell oder Aral bieten spezielle Sorten an, denen Temperaturen von bis zu -26 Grad Celsius nichts ausmachen.
Wer eine Garage hat, sollte das Auto auch dort parken. Eine Standheizung könnte ebenso helfen, auch spezielle Additive, die die Fließfähigkeit des Diesels erhöhen.
Mischen Sie keinesfalls Benzin in den Diesel - wie früher üblich! Das kann zu schweren Motorschäden führen, warnen die Experten.
Audio: Torsten Blümke / Online-Redakteur: Dimi Triantafillu
Quelle: SWR International
Letzte Änderung am: 07.02.2012, 12.48 Uhr