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Wirtschaftlicher Niedergang, hohe Arbeitslosigkeit, Trostlosigkeit: Das sind Worte, die immer wieder fallen, wenn von Pirmasens die Rede ist. Imagepflege tut Not! Darum hat die Jugendkulturwerkstatt mit mehr als 200 Pirmasensern einen Song aufgenommen. Ein Projekt, das Generationen zusammenbringt - und Generationen anspricht. Unser Reporter Julius Richter hat zwei über 80jährige Damen getroffen, die mitgesungen haben.
"Pirmasens ist in der letzten Zeit ein bisschen in Verruf gekommen. Das wird jetzt wieder aufgepäppelt und das gefällt mir!" Meta Gampfer ist 82 Jahre alt und wohnt in einem Pirmasenser Seniorenheim. Sie hat beim "Song für Pirmasens" mitgemacht - und das war für sie eine riesengroße Sache: "Vor allen Dingen man kommt zum Singen. Man lernt andere Leute kennen und kommt auch mit den jungen Leuten zusammen - da haben wir ja in unserer Situation wenig Möglichkeiten."
Auch Ingeborg Tapper, die im gleichen Seniorenheim wohnt, war mit Herzblut bei der Sache: "Ich bin sehr stolz, Pirmasenserin zu sein", freut sich die 80jährige, "und wenn ich dann dafür gefragt werde, überhaupt beim Singen, bin ich immer bereit. Einfach wunderbar!"
Der Song zeichnet ein positiveres Bild von Pirmasens, als viele es bisher vor Augen hatten: Die Stadt ist lebenswert, kreativ und tolerant. Knapp acht Minuten lang ist der Titel, der eine Mischung aus verschiedenen Musikrichtungen darstellt. Pop, Rock, Jazz und Klassik, aber auch Rap sind dabei. Letzteres, sonst eher der Musikstil für Jüngere, schreckt die Älteren nicht ab - ganz im Gegenteil: "Dann kommt der Schwarze, der Rapper", erzählt Meta Gampfer, "das hat wunderbar reingepasst!"
233 Musiker haben beim Song für Pirmasens mitgemacht. Menschen aus allen Schichten, junge, alte, behinderte und nicht behinderte Menschen, sagt Projektleiter Dieter Geisinger von der Kulturwerkstatt Pirmasens: "Die Leistung war ein Lied zu schaffen, das Generationen anspricht - vom 7-jährigen Kind bis zum 87-jährigen Senior. Das war die größte Herausforderung. Das haben wir ganz toll hingekriegt." Gleichzeitig haben Ingeborg Tapper, Meta Gampfer und alle anderen Musiker das Bild von Pirmasens ins rechte Licht gerückt.
Julius Richter / Wulf Piella
Quelle: SWR4 Rheinland-Pfalz
Letzte Änderung am: 08.02.2012, 09.03 Uhr