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Im Februar beherrscht klirrende Kälte das Land, zweistellige Minusgerade sind die Regel, nicht die Ausnahme. Rheinland-Pfalz friert zu - so scheint es. Auf Seen und Maaren schimmert eine blassblaue Schicht aus Eis, auf Flüssen treiben Eisschollen und an den Ufern schieben sich Eisplatten zu gefrorenen Kunstwerken übereinander.
Eisschollen, Eisblumen, Eiszapfen - Winterfreunde, denen die Kälte nichts ausmacht, können die Schönheit der zu Eis erstarrten Natur in vollen Zügen genießen. Doch die kalte Pracht hat auch andere Seiten. Am 6. Februar wird die Schifffahrt auf der Lahn eingestellt, die fast ganz zugefroren ist. Sportboote und Motoryachten bleiben in den Häfen.
Auf der Saar ist die Berufs-Schifffahrt beeinträchtigt. Die kleinere Kammer der Saarschleuse bei Kanzem ist fest im Griff des Eises. Regelmäßig öffnen Schleusenarbeiter das Tor, um die Eisdecke aufzubrechen und die Schleuse für die Schifffahrt in Gang zu halten. An den Ufern der Saar verwandeln sich die sonst sanft plätschernden Wellen in Eis.

Am Ufer der Saar
Auch auf der Mosel bildet sich im Laufe der Woche immer mehr Eis. Im fahlen Licht der Wintersonne scheint es fast, als wäre sie aus Glas.
Am 8. Februar ist das Eis auf der Mosel bis zu acht Zentimeter dick. Von der Mündung bis zur Staustufe in Enkirch wird der Fluss für die Schifffahrt gesperrt. Das bedeutet: Unfreiwillige Pause für die Schiffer. In die Moselschleuse schiebt sich immer mehr Eis. Die Gefahr von Schäden an der empfindlichen Schleusentechnik ist hoch.
Doch die Eisbrecher vor der Staustufe bei Koblenz warten noch auf ihren Einsatz. Die Kapitäne brauchen Geduld. Erst wenn die Temperaturen steigen, können sie loslegen. Solange die Thermometer unter Null Grad zeigen, würde das aufgebrochene Eis sofort wieder zufrieren. Wenn sich dann die Platten verkeilen, wird es schwierig.
Verführerisch glänzt die Eisfläche auf dem Silbersee in Bobenheim-Roxheim im Rhein-Pfalz-Kreis. In ganz Rheinland-Pfalz verschwinden die Seen unter Eis. Faszinierend schön zeigen sich die zugefrorenen und verschneiten Maare in der Eifel. Doch Vorsicht ist geboten. Die Experten der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warnen vor dem Spaziergang auf dem Eis.
Mindestens 15 Zentimeter dick muss eine Eisfläche sein, um wirklich zu halten. Von außen ist das kaum richtig einzuschätzen. Trügerisch auch das Eis direkt am Ufer - meist ist es dort dicker als schon einen Meter vom Ufer entfernt. Für Schlittschuhläufer bleibt also die Eishalle die erste Wahl.
Für alle anderen gilt: Schön warm anziehen, spazieren gehen - ganz gleich ob an Mosel, Saar oder Lahn - und die faszinierende Schönheit der eisigen Tage genießen!

Wasservögel auf der Lahn
Karin Hässelbarth
Quelle: SWR4 Rheinland-Pfalz
Letzte Änderung am: 07.02.2012, 10.40 Uhr