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Das Ehepaar Bleser aus dem Westerwald überlebte das schwere Schiffsunglück, landete ohne alles in Frankfurt und wollte einfach nur mit dem Zug nach Hause. Ohne Ticket durften sie jedoch nicht mit der Bahn nach Hause fahren - das lag allerdings noch im Schiffswrack vor der italienischen Küste.
Eigentlich hatten sich Marianne und Erwind Bleser aus Langehahn-Hölzenhausen im Westerwald auf einen schönen Theaterabend an Bord des Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia gefreut. Erwin Bleser wollte auf der Mittelmeertour seinen 70. Geburtstag feiern. Es war bereits die siebte Tour mit einem Schiff dieser Reederei. Doch der Abend endete dramatisch: das Schiff war vor der toskanischen Küste gegen einen Felsen gelaufen, leckgeschlagen und dann auf die Seite gekippt. Glücklicherweise konnten Marianne und Erwin Bleser gerettet werden.
Erwin Bleser wollte zwar noch das Nötigste retten: "Ich hatte gerade den Safe aufgemacht und dann ging das Licht aus. Da haben wir unsere Brieftasche mit allen Papieren und Wertsachen zurück gelassen." Das Leben war dem Ehepaar dann wichtiger als Geld und Reisepässe. Nur mit dem was sie am Leib trugen, ohne Gepäck, wurden sie mit dem Rettungsboot an Land gebracht. Marianne Bleser erzählt: "Wir hatten dünne Sachen an, mit denen man ins Theater geht. Es war ja warm." Von Italien aus ging es dann mit dem Bus zurück nach Deutschland, wo sie zwei Tage später am Frankfurter Bahnhof morgens ankamen.
Von Frankfurt aus wollte das Ehepaar so schnell wie möglich mit dem ICE zurück nach Montabauer. Die Fahrkarten waren für die Rückreise gebucht worden, allerdings lagen die mit den anderen Wertsachen im Schiffswrack. Erwin Bleser schildert, wie es ihm am Informationsschalter der Deutschen Bahn erging: "Wir haben gesagt, dass wir von der Costa Concordia kommen und wir keine Fahrkarte haben. Ob sie uns was ausstellen könnten, damit wir mit dem Zug fahren dürfen?" Die Antwort des Bahnmitarbeiters fiel ziemlich knapp aus: Er könne den Beiden nichts geben, sie müssten eine Fahrkarte für 70 Euro lösen.
Völlig entnervt, durchgefroren und übermüdet nach über 50 Stunden auf den Beinen und ohne Schlaf, wurden die Blesers dann irgendwann von ihrem Sohn abgeholt. Marianne Bleser ist trotzdem erleichtert: "Ich bin froh, dass wir heil zu Hause angekommen sind und nichts weiter passiert ist. Wir haben nur ein paar blaue Flecken und eine dicke Erkältung, aber ansonsten geht es uns gut."
Mittlerweile kam auch eine Entschuldigung von Seiten der Deutschen Bahn. Als Entschädigung sollen die Beiden einen Präsentkorb bekommen.
Gerhard Mertens / Cynthia Walther
Quelle: SWR4 Rheinland-Pfalz
Letzte Änderung am: 24.01.2012, 08.43 Uhr