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Wo soll das noch hinführen? Im zarten Alter von nur 27 Jahren hat Helene Fischer in der Musikwelt schon einiges erreicht, wovon andere ihr ganzes Künstlerleben lang träumen. Auch ihr fünftes Studioalbum "Für einen Tag" ist schnurstracks an die Spitze der Verkaufscharts geschossen. SWR4-Moderator Lothar Ackva konfrontierte die Sängerin mit Hörerfragen - und versuchte, den Menschen hinter der "Marke Helene Fischer" zu entdecken.

Eines wurde an diesem Feiertag schnell klar: An Helene Fischer heranzukommen ist nicht leicht. Die junge Sängerin wird abgeschirmt von einem ganzen Tross von Begleitern - und das Management passt ganz genau auf, was mit ihr gemacht und was gesagt wird. Lothar Ackva versuchte bei einer Tasse frischem Ingwertee auch Privates aus Helene herauszulocken. Bis zu einem bestimmten Punkt: "Mein Privatleben ist mein Heiligtum", setzte die Sängerin Grenzen. Trotzdem haben SWR4-Moderator und -Hörer einige Antworten bekommen.
Bei der ersten Hörerfrage muss Helene nicht lange überlegen. Wenn sie keine Termine hat, genießt sie "das süße Nichtstun" - und ist ein Morgenmuffel: "Wenn ich frei habe, kann ich auch mal bis 12 schlafen." Und dann gestaltet sie ihren Tag, wie es viele andere auch tun: "Ich lümmele gerne auf der Coach, koche mir was Leckeres, schaue mir DVDs an - und am schönsten ist es natürlich, wenn Florian mit dabei ist." Genauso kann auch ein katholischer Feiertag wie Allerheiligen bei ihr aussehen: "Ich bin gläubig - aber gläubig zu sein heißt für mich nicht, dass man in die Kirche geht."
Rund 4.000 Kilometer von Moskau entfernt, im sibirischen Krasnojarsk, erblickte Helene Fischer das Licht der Welt. Im zarten Alter von vier Jahren ging es allerdings schon nach Deutschland, genauer gesagt: ins rheinhessische Wöllstein. Erinnerungen an den Geburtsort sind allerdings nicht mehr viele da: "Deutschland ist meine Heimat", sagt Helene heute. Schon ihre russlanddeutschen Großeltern fühlten sich nie richtig zuhause in Krasnojarsk. Trotzdem würde es die junge Sängerin reizen, auch mal in Russland aufzutreten, ja vielleicht dort sogar auf Russisch zu singen.
Helene singt von großen Gefühlen und präsentiert ihre Lieder oft mit einem spektakulären Bühnenprogramm. Die Texte schreibt sie nicht selbst, sondern bedient sich hierfür eines Teams, in dem u.a. Kristina Bach und Jean Frankfurter mitwirken. Gerne gibt die Sängerin selbst Impulse und wünscht sich auch bestimmte Titel. An den vielen Zeilen des Autorenteams wird gemeinsam gefeilt. "Wenn ich dann im Studio stehe, tausche ich schon mal den einen oder anderen Satz aus, wenn er mir nicht gefällt."
Helene Fischer ist mittlerweile ein Superstar. Viele Fans liegen ihr regelrecht zu Füßen und träumen von ihr. Wenn die 27-jährige nach einem Konzert Autogramme gibt, kommen ihr die Fans auch sehr nahe. "Für mich ist das ein schöner Ausklang, weil die Leute mir auch erzählen, was ihnen besonders gut gefallen hat", freut sich Helene über den Kontakt. Natürlich sind ihre Konzerte mittlerweile Massenveranstaltungen - und da kommt dann auch nicht jeder Fan zum Zug.
Helene Fischer hat eine steile Karriere hingelegt: Ihre CDs verkaufen sich "wie geschnittenes Brot", sie heimst eine Auszeichnung nach der anderen ein und gewinnt regelmäßig Hörer-Hitparaden wie den SWR4 Schlagermarathon. Auch in Österreich, in der Schweiz und selbst in nicht-deutschsprachigen Ländern wie den Niederlanden und Dänemark sind ihre Lieder Hits. Das Wichtigste sind für Helene aber nicht die Auszeichnungen: "Das Schönste ist für mich, mich immer selbst neu herauszufordern, mich zu entwickeln - und etwas Überraschendes auf die Beine zu stellen, womit die Leute nicht gerechnet haben."
Die blonde Sängerin aus Wöllstein achtet auf ihr Äußeres, das haben wir auch wieder bei ihrem Studiobesuch gesehen. Besonders begeistert sind Fans oft von ihrer Frisur - und da liegt natürlich die Frage nahe, zu welchem Frisör sie geht. "Zu keinem! Mein Frisör macht mir nur Strähnchen, geschnitten wird woanders", erzählt Helene bereitwillig, "und zwar von meiner Visagistin, die das sehr gut kann." Eher ungewöhnlich: Helene geht nicht gerne shoppen, hat keine besondere Beziehung zu Schuhen - und kauft sich ihre Kleider lieber in ausgewählten, kleinen Boutiquen.
Das Thema, das im Studiogespräch am schnellsten abgehakt wurde, ist das Internet. Helene ist zwar jung, scheut aber den Kontakt mit dem weltweiten Netz. "Ich hänge da total hinterher", gibt sie im Gespräch mit Lothar Ackva zu, "ich bin kein Facebooker, ich kenne mich nicht aus mit Twitter, ich bin nicht bei 'Wer kennt wen'." Da steckt natürlich auch die Befürchtung dahinter, dass ihre Daten irgendwo auftauchen, wo sie nicht auftauchen sollten.
Letzte Änderung am: 01.11.2011, 11.56 Uhr