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Er ist einer der Fernsehstars aus Zeiten, als es noch die "Plattenküche" gab. Sein "Hier kommt Kurt" ist ein Gassenhauer. Aber Frank Zander ist mehr als einer der Blödelbarden der Nation. Am 4. Februar wird er 70 - und hat noch viel vor.

Er blödelte mit Helga Feddersen in der legendären "Plattenküche". Einer seiner großen Hits heißt "Hier kommt Kurt". Auch den Ententanz hat er mal parodiert. Doch Frank Zander ist mehr als der Berliner Ulk-Barde, der seine Karriere startete, als es nur drei Fernsehprogramme gab. Jedes Jahr lädt er Tausende Obdachlose zur Weihnachtsgans ein. Für sein soziales Engagement wurde Zander zum "Berliner des Jahres" gekürt und bekam das Bundesverdienstkreuz. Am 4. Februar feiert der Sänger und Schauspieler seinen 70. Geburtstag - wahrscheinlich bei einer Überraschungsparty.
"Ich hab noch so viel vor", sagt Frank Zander. "Ich gucke immer auf die Uhr und denke, ist es schon so spät." Im Kopf fühle er sich noch wie 39. "Rente, das Wort kenne ich gar nicht." Zander ist ein Typ, der sich für vieles begeistert: für neue Songs, Malen, Fotografieren, Videos schneiden, Komponieren.
Zanders Anfänge als Musiker waren rockig. Sein Millionenpublikum fand der blonde Schnauzbart-Träger mit der rauen Stimme aber durch seine Fernsehauftritte in den 70er und 80er Jahren. Die WDR-"Plattenküche" und ihren Nachfolger "Bananas", beides Musik- und Sketch-Shows, hat er in guter Erinnerung. "Es war eine unheimlich bunte Zeit." Heute ist eine solche TV-Unterhaltung seiner Meinung nach nicht mehr angesagt, weil sie zu teuer ist. "Die schöne Zeit ist leider vorbei."


Anders als bei seinen TV-Kollegen ist über Zander selten Klatsch zu lesen. Er ist seit mehr als 40 Jahren mit seiner Evelyn (61) verheiratet - und die schieße alles weg, was jünger sei, erzählt er lachend. Mit Evelyn lebt er in Berlin und auf Ibiza. Seine Frau und Sohn Marcus (44) sind ihm wichtig: "Ich habe meiner Familie viel zu verdanken."
Seit etwa 17 Jahren organisieren die Zanders schon das Weihnachtsessen, bei dem Prominente für arme Berliner kellnern. Beim letzten Mal kamen 2800 Obdachlose ins Hotel Estrel. "Es werden immer mehr, das ist leider so." Berührungsängste hat der Musiker nicht. "Ich freue mich einfach, wenn die sich wohlfühlen - und danach sind wir alle platt." Und so wollte Zander eigentlich am liebsten zu seinem Geburtstag verschwinden. Sohn Marcus konnte ihn davon abhalten.
Letzte Änderung am: 03.02.2012, 16.01 Uhr