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ThementagZukunft ohne Öl

Dienstag, 12. Februar 2008

Eine Ölpumpe im Licht der aufgehenden Morgensonne

Zornige Kunden an der Tankstelle, der Ölpreis auf Rekordhöhe - und dramatische Alarmsignale aus Wirtschaft und Wissenschaft: Glaubt man den Experten, kommt das Ende des Erdölzeitalters schneller als erwartet. Und damit auch ein drastischer Einschnitt in unser Leben - denn Erdöl ist nicht nur die Grundlage für Benzin und Heizöl, sondern findet sich auch in vielen Dingen des täglichen Bedarfs, wie z.B. Körperpflegemitteln, Kosmetik oder Plastik. Was sind die Ursachen für den Ölpreisanstieg? Wie reagieren Wirtschaft und Politik? Was kann jeder Einzelne auf dem Weg in die Zeit nach dem Erdöl jetzt schon tun? Antworten gibt der große Thementag Öl bei SWR4. Wir geben Einblicke in die Situation in Rheinland-Pfalz genauso wie praktische Tipps zum Energiesparen und für Alternativen zum Öl.

Schnappschüsse rund ums Öl

Quelle: SWR4 Rheinland-Pfalz

Letzte Änderung am: 12.02.2008, 19.25 Uhr



Thementag ÖlDie Meinungen der SWR4-Hörer

Eine Ölpumpe im Licht der aufgehenden Morgensonne

Die Themen Ölknappheit, Ölpreis und Zukunft ohne Öl bewegen die Menschen. Auch die SWR4-Hörer machen sich ihre Gedanken, die sie uns E-Mail und Telefon mitteilen. Ausgewählte Stellungnahmen haben wir für Sie an dieser Stelle zusammengetragen.

Cornelia Hellmuth aus Ratingen

"Ein Energiespartipp: Alle Geräte stromlos machen, wenn sie nicht benötigt werden, z.B. den PC. Wenn ich ihn nicht benötige, ziehe ich den Stecker. Warum geht die Regierung nicht mit gutem Beispiel voran und steigt auf alternative Energien (Sonne, Wind, Wasser usw.) um, dann würden vielleicht auch andere Energieverschwender zum Nachdenken kommen (z.B. Raser auf der Autobahn). Wie viel Gedankenlosigkeit auf diesem Gebiet herrscht, zeigen ja die Meinungen, die besagen: Das Reden über die Energiekrise wäre nur, um die Preise in die Höhe zu treiben."

John Wacker aus New Glarus, USA

"Es gibt keine Alternative zu Öl. Nichts hat die Energiedichte und einfache Handhabe wie Öl. Eine Abnahme der gepumpten Ölmenge bedeutet das Ende der westlichen Zivilisation."

Daniel Schoch aus Grand Isle, Vermont, USA

"Öl ist eine endliche Ressource, also wird sie versiegen. Die beste Lösung gegen Global Warming und Überbevoelkerung. Die Natur hilft sich selber."

Kerstin Koch aus Mörfelden

"Es ist doch egal, an was man spart. Denn - wenn zu viel gespart wird und die Steuereinnahmen fehlen, dann lässt sich der Staat wieder eine neue Steuer einfallen, um die Mindereinnahmen auszugleichen. (z. Bsp. Solidaritätszuschlag - dieser sollte nur für ein paar Jahre sein, nun sind es schon fast 2 Jahrzehnte.). Also sind die Endverbraucher in jedem Fall die dummen. Die werden gemolken, bis es eines Tages wirklich nicht mehr geht. Gibt es kein Öl mehr, dann werden die anderen Rohstoffe mehr besteuert. Am Ende gleicht sich alles wieder aus - siehe Besteuerung Rapsöl u.v.m."

Jürgen Knoop aus Hagen

"Ich finde, man sollte die KFZ-Steuern auf den Treibstoff umlegen. Zum Beispiel: Auf 1 Liter Kraftstoff kommen dann so und so viel % KFZ-Steuern. Je mehr Liter man also tankt, desto mehr KFZ-Steuern sind darin enthalten. Wer viel fährt, zahlt also mehr als der, der wenig mit dem Auto fährt."

Max Ruderer aus Kaiserslautern

"Meiner Meinung nach besteht eine große Gefahr darin, dass man wegen den steigenden Ölpreisen und der Panikmache um die versiegenden Ölreserven zu nicht weitsichtigen "Lösungen" greift. Als Ersatz für das Erdöl nimmt man z.B. Soja- oder Palmöl. Dabei wird jedoch häufig vergessen, dass dafür riesige Flächen Regenwald für die Plantagen abgeholzt werden müssen, was auf langfristige Sicht das globale Klima enorm beeinträchtigen würde. Grüße aus der Freistunde vom Albert-Schweitzer-Gymnasium Kaiserslautern - und macht weiter so."

Reinhold Franz aus Rheinfelden

"Wenn die Auto und Ölindustrie das Wissen über neue Technologien preis geben würden, würden mehr Ressourcen und die Natur geschont."

Günter Neumann aus Ulm

"Die Zukunft der Menschheit steht sicher nicht aus diesem Grund auf der Kippe, wohl aber deren Gedankenlosigkeit und Bequemlichkeit. Dass die Spekulanten an der Preisentwicklung einen nicht zu vernachlässigbaren Anteil haben, ist zwar ärgerlich, solange aber unser Staat den Preis noch mehr als verdoppelt, brauchen wir uns über diesen Anteil nicht wirklich aufregen."

Bernhard Willenborg aus Dornstetten

"Wir können ohne Öl. Müssen aber ab sofort auf alternative Energien zurückgreifen, Wind, Wasser, Holz, Kohle etc. Öl zu verbrennen um Wärme zu erzeugen ist ohnehin unverantwortlich."

Marliese Lange aus Lampertheim

"Meiner Meinung nach könnten mit Sicherheit jede Menge Kraftstoffe bei den Fahrzeugen eingespart werden, wenn die Ampelanlagen sinnvoll geschaltet oder bei Bedarf (z.B. Nachts bei wenig befahrenen Straßen) ausgeschaltet würden."

Theo Kowalski aus Andernach

"Zum Thema alternative Fahrzeug-Energie möchte ich folgendes sagen: Mein Auto fährt schon fast 9 Monate mit LPG und ich freue mich jedes mal mit einer wachsenden Begeisterung beim Tanken über den Preis. (65 Cent/Ltr. Autofahren zum halben Preis). Die Ölkonzerne wollen doch mit aller Macht verhindern, den Preis für ein Fass Rohöl zu mindern, denn das ist doch ihre Strategie bzw. ihr Geschäft und wenn der Staat jetzt und hier die Mineralölsteuer senkt, so nutzen die Multis diese Situation doch gnadenlos aus und schlagen in Kürze den Fehlbetrag auf und verdienen damit noch mehr. Niemand wird diese Preisspirale stoppen, außer der Autofahrer selber und der ist unfähig, kann nur meckern und monieren, aber wirklich verändern will er doch gar nichts. Manche sind ja auf den ÖPNV zu mindest in Teilen im täglichen Leben umgestiegen, aber die Bahn und der Bus sind ja auch nicht immer die beste Alternative in Sachen Zuverlässigkeit. So lange es geht, bis 2018 soll Autogas noch günstiger sein als normaler Kraftstoff und Diesel, der bekommt ja nun allerdings noch mehr Zündstoff, wenn im Jahre 2009 die Beimischung von Biokraftstoff erhöht wird. Dann nämlich müssen einige viele Autofahrer V Power oder Super Plus tanken. Wer jetzt handelt, hat bestimmt noch einen Vorteil."

G. Fohr aus Mainz

"Sehr geehrte Damen und Herren, sieht man die Entwicklung auf dem Kfz-Sektor in den letzten Jahren, sieht man zwar eine deutliche Reduzierung des Verbrauches, jedoch nichts, das auf eine Alternative zum herkömmlichen Treibstoff hinweist. Warum das so ist, liegt klar auf der Hand. Die Ölkonzerne haben natürlich überhaupt kein Interesse fremdes zu verkaufen. Während die Autoindustrie nicht die erforderlichen Stückzahlen an Ausrüstungen bekommen, die für ein massenhaftes Umrüsten der Neufahrzeuge notwendig wäre. Weiterhin sind beispielsweise die öffentlichen Dienste zu nennen, hier wird auch nichts unternommen, um beispielsweise Taxen und Fahrschulen zu einem Umdenken zu bewegen. Ganz abgesehen von den eigenen Flottenverbänden, für deren Umrüstung ja auch kein Geld vorhanden ist."

Reiner Sander aus Dittweiler

"Die wahren Ölscheichs sitzen doch in Berlin. Wenn unsere so genannten Volksvertreter den Treibstoff bezahlen müssten, wäre er mit Sicherheit billiger."

Kerstin Koch aus Mörfelden

"Meine Meinung ist folgende: Was heißt mehr investieren? Es hat nicht jeder Wohneigentum, also sind ja viele von ihrem Vermieter abhängig, was investiert wird. Und wenn investiert wird, wird die Netto-Miete steigen. Wo habe ich dann gespart??? Und genau so ist es mit dem Benzin. Man kann nicht jedes Jahr ein neues Auto kaufen, was weniger Sprit verbraucht. Der "normale Durchschnittsverdiener" hat ja immer weniger in der Tasche - mit sparen ist da nicht viel drin. Er kann nicht einfach zu seinem Arbeitgeber sagen, mein Geld reicht nicht - ich brauch mehr! Jedoch der Staat nimmt einfach, wenn das Budget nicht reicht. Er fragt nicht danach, was den Menschen dann zum Leben bleibt. Er ist rücksichtslos. Und vom Durchschnittseinkommen kann man nicht ausgehen, da das verfälscht ist."

Hermann Bohn aus Morbach

"Euer Energieexperte hat vorhin einige alternative Energiequellen aufgezeigt. Einen ganz wichtigen Faktor hat er dabei allerdings vergessen: Alle diese Alternativen kosten sehr viel Geld, wofür viele Leute, vor allem Rentner, die nur 1.000 Euro Rente beziehen, (ausgenommen Beamte) einfach kein Geld mehr übrig haben. Es gibt keine adäquate Energiequelle, sonst wäre sie längst da. Also sind wir den Ölmultis weiter schutzlos ausgeliefert, unsere Regierung tut allerdings zu wenig, um diese uns existentiell bedrohende Frage zu lösen."

Wolfgang Hübner aus Altendiez

"Ölreserven gibt es genug. Das Ganze ist nur ein Politikum. Die Preise werden künstlich hoch gehalten. In unserer Region sind die Preise relativ stabil. Super bei 1.32 bis 1.35. Aber man braucht bloß auf der Autobahn unterwegs zu sein, da wird trotz der hohen Preise gerast. Und wenn die täglichen Unfälle im Radio durchgesagt werden, heißt es immer, war wieder zu schnell. Wenn ich mich auf der Autobahn an Richtgeschwindigkeit 130 halte, dann bin ich ein Verkehrshindernis. Bezogen darauf, wenn ich gerade mal einen Lkw überhole. Also Benzin kann gar nicht so teuer sein. Dazu kommt, solange die Industrie immer schnellere Fahrzeuge und immer größere Motoren baut, kann auch hier das Benzin nicht zu teuer sein."

Edeltraud Hartwig aus Oberstreit

"Man sollte das Kind mit dem Bade ausschütten. Denn es ist doch alles nur große Stimmungsmache. Denn die so genannten Experten treiben mit ihrem Gerede nur die Preise, nur kann keiner sagen, was die Alternativen zum Heizen ohne Öl oder dem noch teureren Gas sein soll."

Max Bergermann aus Kiel

"Gratuliere zur gelungenen Themenwahl. Die Menschheit verbraucht derzeit 30 Mrd. Fässer Öl im Jahr und findet gleichzeitig nur 5 Mrd. mit fallender Tendenz. Der Höhepunkt der Ölfunde fand 1964 statt, seither geht's bergab und es werden fast nur noch alte Quellen ausgepumpt. Lange geht das nicht mehr gut. Ich habe die Konsequenzen gezogen und letztes Jahr mein Auto verkauft. Seither fahre ich mit den Rad, auch täglich zur Arbeit. Um meine Heizenergie für die nächsten Jahrzehnte zu sichern, habe ich 40 Tonnen Kohle gekauft und eingelagert. Das reicht für 25 Jahre. Den kleinen Rest kaufe ich als Öl und Holz zu. Wäre ich 20 Jahre jünger, würde ich 2 ha Wald kaufen und mit dem Ertrag heizen. Ich kann nur jedem raten, sich zu ändern und vorzusorgen - sonst wird es bald teuer und/oder kalt...."

Jost Geffken aus Waffensen

"Peakoil, also das Ölfördermaximum wird uns nicht erst in Zukunft zu starken Veränderungen in unserem Leben zwingen. Schon jetzt spüre ich täglich wie sich mein Leben verändert, nur weil der Ölpreis gestiegen ist. Getreide, Dünger, Treibstoffe, Heizöl ja Brennstoffe allgemein sind sehr viel teurer geworden. Peakoil bedeutet auch Peak Nahrungsmittelproduktion. Das erste was wir alle machen können ist Energie sparen...weniger Auto fahren...Urlaub in der Nähe verbringen...PV-Anlagen auf's Dach setzen...Strom von EE beziehen..usw. Als nächster Schritt sollte uns per Gesetz nur noch eine bestimmte Menge Energie pro Person zur Verfügung stehen, diese Menge kann jederzeit angepasst werden. Das Thema des letzten Tropfens ist unwichtig, Probleme bekommen wir sobald die Förderung zurückgeht. Wenn wir die richtigen Maßnahmen ergreifen, werden wir eine ruhigere und schöne Zukunft haben. Eine Zeit in der Menschen einander wieder mehr brauchen und das konsumieren und immer mehr produzieren und konsumieren ein Ende hat."

Sabine Heuer aus Berlin

"Wirtschaftsforscher rechnen langfristig mit steigenden Ölpreisen. Höchste Zeit, auf alternative Energieträger umzusteigen Zu Beginn des Jahres durchbrach der Ölpreis erstmals die Rekordmarke von 100 Dollar pro Barrel, um die er seitdem pendelt. Nach oben scheint alles offen, obwohl sich Ökonomen von führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstituten mit Voraussagen für die Preisentwicklung eher zurückhalten. Zu den zukunftssichereren Alternativen für die Verbraucher zählt neben kostenloser Sonnenenergie der CO2-neutrale Brennstoff Holzpellets. Dank erhöhter staatlicher Förderung, moderner Technik und der Möglichkeit einer Kopplung mit Solar sowie vergleichsweise günstiger Brennstoffkosten entwickelt sich die Holzpelletsheizung zu einer langfristigen Alternative. Und das vor allem dort, wo Kunden darüber nachdenken, sich von leitungsgebundenen Energieanbietern unabhängig zu machen, dabei aber nicht auf Heizöl umsteigen wollen."

Heinz-Jürgen Heblich aus Simmertal

"Der hohe Ölpreis wird von Spekulanten nur nach oben getrieben und der Staat verdient dabei kräftig mit, deshalb schreitet er auch nicht dagegen ein. Diesel könnten die Autofahrer durch Biodiesel ersetzen, doch die Preisdifferenz ist dem Verbraucher zu gering. Spätestens wenn es kein Öl mehr gibt hat diese Technologie eine Chance am Weltmarkt zu bestehen. Es ist jedoch zu erwarten, dass bis dahin alle Bioherstellbetriebe wegen zu geringem Absatz in den Konkurs gegangen sind. Würde man heute Biodiesel tanken, ginge auch der Preis für Diesel zurück. Der Deutsche will aber leider immer nur das billigste, die Umwelt spielt dabei eine untergeordnete Rolle."

Simon Tristan Papel aus Aachen

"Globales Erölfördermaxium ist nach sämtlichen Energieagenturen, z. B. IAE, und wissenschaftlichen Analysen Mitte 2005 gewesen. Öl = Tot! Es kommt nur noch eine Ölkrise: die Letzte!"

Cornelia Hellmuth aus Ratingen

"Ich weiß, da wird es einen Aufschrei unter den Arbeitgebern geben, aber sie müssten vom Gesetzgeber unter strengen Auflagen ihre Arbeitnehmer sich möglichst in der Nachbarschaft zu suchen. Die man zu Fuß oder mit dem Rad, notfalls mit dem öffentlichen Verkehr erreichen kann, damit der Autoverkehr eingeschränkt wird. Denn damit wird nicht nur Energie gespart, sondern auch die Feinstaubemission eingedämmt, unter der sehr viele Menschen zu leiden haben. Natürlich muss auch die Industrie sparen: Zum Beispiel darf darf es nicht länger sein, dass es billiger ist ein Gerät neu zu kaufen, als zu reparieren. Durch den Neubau wird auch kostbare Energie verschwendet und durch die Entsorgung der angeblich kaputten Geräte die Umwelt belastet."

Maik Becker-Sievert aus Enger

"Nach einer Studie von Paul Chefurka geht den Öl importierenden Staaten das Rohöl bereits 2013 aus. Der deutsche Import Decline 2007 betrug 2,5 % nach www.BAFA.de. Allein der deutsche Öl Import aus Russland ging 2007 um knapp 10% zurück. Heute dreht Russland u.U. an der Gaspipeline via Ukraine Deutschland das Gas ab. Die Lösung kann nur heißen: weg vom Öl + Gas so schnell wie nur möglich. Wie? Mit dem Ausbau der Sonne, Wind, Wasser, Geothermie, Biomasse und Effizienzsteigerung. Wir haben Peak Oil, das Ölzeitalter endet in den nächsten Jahren."

Uta Schellhaaß aus Ehlscheid

"Ca. zwei Drittel des Benzinpreises sind Steuern. Hier sieht man, dass alle realisierten Wahlversprechen der politischen Parteien von allen, die Einkommen haben und von allen, die einkaufen, bezahlt werden müssen. Die FDP war gegen die Mehrwertsteuererhöhung und fordert die Abschaffung der Energiesteuern. SPD und CDU haben die Mehrwertsteuer angehoben und lassen die Energiesteuern mit den Rohölpreisen steigen. Energierationierung, die ein Hörer vorschlägt, funktioniert nicht. Wohin solche Planwirtschaft führt, haben wir doch am wirtschaftlichen Zusammenbruch der DDR und anderer sozialistischer Staaten gesehen."

Friedrich Keller aus Nanzdietschweiler

"Minister Gabriel ist der größte und fehlgeleitete Preistreiber beim Kraftstoff. Es ist schon dümmlich, den neuen Kraftstsoff E10 einzuführen und die meisten Autofahrer an die Super-Plus Zapfsäule zu verbannen. Opel hat mir am 9.2.08 bestätigt, dass ihre diesbezüglichen Untersuchungen zur Verwendbarkeit nicht abgeschlossen sind, bisher ist nur belegt, dass alle 2,2 Liter Direkteinspritzer diesen Kraftstoff nicht fahren dürfen. Wie viel Millionen Fahrzeuge werden wohl rausfallen?"

Letzte Änderung am: 12.02.2008, 19.25 Uhr



Thementag: Zukunft ohne ÖlErdöl von A bis Z

Ölarbeiter auf einem Ölfeld

Woraus setzt sich eigentlich Erdöl zusammen? Was ist ein Barrel? Wie wird Öl gefördert und wo kommt es vor? Unser Erdöl-Lexikon lässt keine Frage offen. Hier finden Sie die wichtigsten Begriffe rund ums Erdöl kurz erläutert. Viel Spaß beim Stöbern!

BARREL

Ist das englische Wort für Fass. Es ist die Maßeinheit für Öl. Ein Barrel sind rund 159 Liter. Am 2. Januar 2008 erreichte der Preis für ein Barrel Öl erstmals die Rekordmarke von 100 US-Dollar.

ENTSTEHUNG

Nach heutiger Annahme ist Erdöl aus Massen von abgestorbenem Plankton und Pflanzen entstanden, die vor Millionen Jahren auf den Meeresboden sanken. Überdeckt von Sand und unter Druck sowie durch Bakterien verwandelte sich die Masse in Öl. Weil es aus den Abbauprodukten von toten Pflanzen und Tieren entstanden ist, gehört das Öl wie auch Kohle, Erdgas und Torf zu den fossilen Energien.

ERDÖL

...ist ein Gemisch aus verschiedenen Kohlenwasserstoffen. Neben dem Hauptbestandteil Kohlenstoff besteht Erdöl weiterhin aus Wasserstoff, Schwefel und Spuren von Sauerstoff, Stickstoff und Metallen.

FÖRDERUNG

Öl kann im Tagebau gewonnen werden, wenn es dicht unter der Erdoberfläche lagert oder im Tiefbau. Es wird mit Hilfe von Bohrtürmen an die Oberfläche befördert. Im Meer wird das Öl mit Hilfe von Ölbohrinseln gefördert. Sie werden off-shore Anlagen genannt. Ist das Erdölfeld erst einmal angebohrt, können die Bohrplattformen durch reine Förderplattformen ersetzt werden.

OPEC

...ist die englische Abkürzung für "Organisation of the Petroleum Exporting Countries". Übersetzt bedeutet es "Organisation der Erdöl exportierenden Länder". Ein Drittel des Erdöls weltweit kommt von Mitgliedern des Ölkartells OPEC. Die Organisation hat damit einen großen Einfluss auf den Ölpreis. Wenn sie ihr Angebot verknappt, steigt der Preis.

ÖLFÖRDERMAXIMUM

Wird auch oft mit dem englischen Begriff Peak Oil bezeichnet. Wenn ein Ölfeld neu "angezapft" wird, dann steigt zunächst die Ausbeute, bis etwa die Hälfte des förderbaren Öls draußen ist. Danach sinkt sie wieder. Dieses Prinzip wird auch auf die weltweite Förderung angewendet. Auch hier gehen viele Wissenschaftler davon aus, dass es einen Punkt gibt, an dem die Ölförderung weltweit sinken wird. Je nach Berechnung haben wir diesen Punkt schon erreicht oder werden ihn in den nächsten zwei Jahrzehnten erreichen. Steigende Nachfrage und sinkende neue Funde tragen dazu bei. Die frühere Berechnung, nach der das Öl noch 40 Jahre "reicht", ging davon aus, dass bis zum letzten Tag gleichmäßig gefördert werden kann. Tatsächlich wird das Öl in der Erde aber nie völlig verbraucht werden, denn je knapper es wird, desto teurer wird es. Deshalb werden lange vorher neue Energiequellen günstiger sein. Der Erdölkonzern Esso sagt, dass es 175 Milliarden Tonnen sichere Weltölreserven gibt und jedes Jahr neue Funde gemacht werden.

ÖLFÖRDERUNG IN RHEINLAND-PFALZ

Auch in Rheinland Pfalz wird Öl gefördert. Und zwar in und um Landau. Begonnen hat alles mit einer ersten Bohrung im Jahr 1955. Heute stehen dort über 100 Bohrtürme.

PROSPEKTION

Damit bezeichnet man die gezielte Suche nach neuen Ölvorkommen auf der ganzen Welt.

RAFFINERIE

In den hohen Metalltürmen der Raffinerien wird das Rohöl bis zum Sieden erhitzt und so in seine Bestandteile getrennt. Die Bestandteile sind Benzin, Diesel, Heizöl und sonstige Rückstände.

ROHÖL

Wenn das Erdöl gefördert ist, wird es von Wasser, Gasen und anderen Verschmutzungen gereinigt und heißt dann Rohöl. Je leichter und schwefelärmer das Rohöl ist, desto höherwertiger ist es. Denn dann ist es leichter zu verarbeiten.

VERWENDUNG

Das Auto ist heute der wichtigste Abnehmer für Ölprodukte. Zum Heizen oder zur Stromerzeugung wird immer mehr Erdgas eingesetzt. Bei der Stromerzeugung haben sich andere Energieträger durchgesetzt.

VORKOMMEN

Große Lagerstätten sind am arabischen Golf, im östlichen Russland, im Süden der USA, unter der Nordsee und in Indonesien und Nordafrika.

Letzte Änderung am: 12.02.2008, 19.25 Uhr



Thementag ÖlBuch- und Filmtipps

Eine Ölpumpe im Licht der aufgehenden Morgensonne

Die Ölknappheit ist ein spannendes Thema - das einen guten Stoff bietet für Romane genauso wie für packende Dokumentationen. SWR4 hat Ihnen eine kleine Auswahl an Büchern und Filmen rund ums Öl zusammengestellt. Viel Spaß beim Schmökern!

DVD-Cover The Oil Crash

DVD

Titel der Reihe:
The Oil Crash
Regie:
Basil Gelpke und Ray Mc Cormack
Genre:
Dokumentation
Länge:
177 Minuten
Sprachen:
Deutsch, Englisch

Eine vielfach preisgekrönte Dokumentation zur Geschichte der Ölgewinnung mit Ausblick in die Zukunft des Rohstoffes. Unterstützt durch Archivmaterial, NASA-Aufnahmen und historische Filmausschnitte führt der Film um die ganze Welt und lässt namhafte Wirtschafts- und Energieexperten zu Wort kommen.

Buchcover Black Monday

Buch

Titel der Reihe:
Black Monday
Autor:
R. Scott Reiss
Verlag:
Ullstein Taschenbuch
Genre:
Belletristik
Bestellnummer:
978-3548268514

Ein Virus macht das Öl unbrauchbar. Flugzeuge stürzen ab, Schiffe gehen unter, Autos fahren nicht mehr, Heizungen funktionieren nicht. Die Versorgung der Bevölkerung bricht zusammen. Weltweit bricht Chaos aus. Es herrscht Faustrecht. Ein Virologe ahnt die Ursache der Katastrophe, aber ein Killer verfolgt ihn... Ein spannender Krimi, der in Amerika spielt, und der unsere Abhängigkeit vom Öl erschreckend deutlich macht.

Buchcover Schwarzbuch Öl

Buch

Titel der Reihe:
Schwarzbuch Öl. Eine Geschichte von Gier, Krieg, Macht und Geld.
Autor:
Thomas Seifert, Klaus Werner
Verlag:
Deuticke im Zsolnay
Bestellnummer:
978-3552060234

Thomas Seifert und Klaus Werner haben jahrelang den Einfluss der Öl-Lobby und die Zusammenhänge zwischen Erdöl und Politik recherchiert. Der steigende Ölpreis, der hohe Energieverbrauch der westlichen Welt und nunmehr auch Chinas, die Rolle der USA und neue Allianzen zum Zweck der Sicherstellung der Öl-Ressourcen - kein Thriller könnte spannender sein.

Buchcover Peak Oil

Buch

Titel der Reihe:
Peak Oil. Die globale Energiekrise, die Klimakatastrophe und das Ende des Ölzeitalters.
Autor:
Jeremy Leggett
Verlag:
Kiepenheuer & Witsch
Bestellnummer:
978-3462033519

Wenn die Produktionsspitze ("Peak Oil") der Erdölförderung erreicht ist, kann der wachsende Energiebedarf der Welt nicht mehr gedeckt werden – mit unabsehbaren Konsequenzen für Wirtschaft, Mobilität und unser ganzes Leben. Jeremy Leggett, Geologe und Insider der Ölindustrie, spricht aus, was Konzernchefs und Politiker schon lange wissen: Das Zeitalter des billigen Öls geht zu Ende – mit unabsehbaren Konsequenzen insbesondere für die Industrieländer.

Buchcover Ölwechsel

Buch

Titel der Reihe:
Ölwechsel! Das Ende des Erdölzeitalters und die Weichenstellung für die Zukunft.
Autor:
Colin J. Campbell, Frauke Liesenborghs, Jörg Schindler, Werner Zittel
Verlag:
Dtv
Bestellnummer:
978-3423343893

Erdöl ist eine problematische Ressource, wie jeder Verbraucher am eigenen Geldbeutel merkt. Auf der Basis der neuesten Daten bieten die Autoren eine fundierte Darstellung der Ursachen und Konsequenzen der Erdölknappheit. Die Autoren analysieren umfassend die Energiealternativen und die potenziellen Entwicklungen.

Buchcover Wenn der Wüste das Öl ausgeht

Buch

Titel der Reihe:
Wenn der Wüste das Öl ausgeht. Der kommende Ölschock in Saudi-Arabien - Chancen und Risiken.
Autor:
Matthew R. Simmons
Verlag:
FinanzBuch
Bestellnummer:
978-3898792271

Saudi-Arabien trägt heute ein Achtel zur globalen Ölförderung bei. Nach offiziellen Zahlen hat das Königreich 260 Milliarden Barrel gesicherte Reserven – das entspräche einem Viertel aller bekannten Vorkommen. Der Investmentbanker Matthew Simmons, der für sein Buch mehr als 200 technische Studien auswertete, zieht diese Angaben indes in Zweifel. Kann Saudi-Arabien wirklich die stetig steigende Nachfrage befriedigen? Und das zu einem erschwinglichen Preis?

Buchcover Erneuerbare Energien

Buch

Titel der Reihe:
Erneuerbare Energien. Mit Energieeffizienz zur Energiewende.
Autor:
Peter Hennicke, Manfred Fischedick
Verlag:
Beck
Bestellnummer:
978-3406555145

Ein Gesamt-Überblick zum Thema "Erneuerbare Energien" - inklusive Status Quo und Ausblick auf künftige Entwicklungen.

Letzte Änderung am: 12.02.2008, 19.25 Uhr



Thementag ÖlVom Rohöltropfen bis in den Tank

Erdöl – das begegnet uns in unserem Alltag vor allem an der Tankstelle, in veränderter Form, als Benzin. Aber bevor es aus der Zapfsäule in unseren Autotank läuft, hat es bereits einen langen Weg hinter sich. SWR4-Wirtschaftsredakteurin Sabine Geipel ist den Weg von Rohöl zur Tankstelle nachgegangen – um auch zu sehen, warum Sprit eigentlich so teuer ist.

Saudi-Arabien. Das Land zwischen Rotem Meer und Persischem Golf ist der größte Erdölproduzent der Welt. Hier beginnt unser Weg des Erdöls - auch wenn das meiste Öl, das in Deutschland verbraucht wird, gar nicht aus der Wüste im Land der Ölscheichs kommt, sondern von Bohrtürmen in der Nordsee, aus Russland oder Norwegen. Aber: in Saudi-Arabien ist die Förderung besonders günstig. Ungefähr einen Dollar kostet es, um ein Barrel, also ein Fass von knapp 159 Litern, aus der Erde ans Tageslicht zu befördern. Umgerechnet sind das zur Zeit ein Euro 45 – die Förderung von einem Liter Rohöl kostet demnach gerade mal knapp einen Cent.

Per Tanker in den Großhandel

Unser Fass Öl kommt nun per Tanker aus Saudi-Arabien in den Großhandel nach Rotterdam, zum so genannten Spotmarkt. Unter anderem von hier beziehen die Raffinerien in Europa ihr Öl – und hier werden auch die Preise in Europa bestimmt. Die hängen wiederum eng mit dem Rohölpreis zusammen, den wir von der Börse kennen, von der Nymex in New York zum Beispiel - wo das Fass OPEC-Öl, was ursprünglich zum Preis von einem Dollar gefördert wurde – jetzt 89 Dollar kostet.

Preis entsteht aus Angebot und Nachfrage

Hier auf dem Parkett entsteht der Preis, aus dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage – und durch Psychologie, Erwartungen und Einschätzungen. Um die 20 Prozent sind wahrscheinlich Spekulation von Börsianern, die sozusagen Wetten auf den Ölpreis abschließen. Und so kommt es, dass der Liter Rohöl in Rotterdam im Januar schließlich rund 41 Cent kostet, Produktenpreis nennen das die Mineralölkonzerne – also 41 mal so viel wie bei seiner Förderung.

Deckungsbeitrag kommt oben drauf

Zu den 41 Cent kommen jetzt noch Kosten für den Transport, für Verwaltung, für den Vertreib, für Vorräte, die per Gesetz vorgeschrieben sind, für Personalkosten, für neue Tankstellen – und der Gewinn der Mineralölkonzerne. Im Januar betrug dieser so genannte Deckungsbeitrag nach Angaben der Branche rund 9 Cent. Unser Liter Sprit kostet mittlerweile also 50 Cent.

Größter Preistreiber ist der Staat

Bis zu dem einem Euro 36, den wir zur Zeit im Schnitt an der Zapfsäule für einen Liter Super bezahlen müssen, fehlen aber immer noch mehr als 86 Cent. Und die fließen in die Taschen des Fiskus. Mehr als 65 Cent pro Liter beträgt die Mineralölsteuer – und auf die kommt die Mehrwertsteuer von 19 Prozent noch obendrauf, das macht noch einmal 22 Cent plus. Größter Preistreiber beim Spritpreis ist also der Staat.

Sabine Geipel

Letzte Änderung am: 12.02.2008, 19.25 Uhr



Thementag ÖlDas Gasauto - der Weg weg vom Öl?

Diesel, Benzin oder Hybrid - welche Autotechnik ist in Zeiten teuren Öls die wirtschaftlichste? Der Markt hat inzwischen schon eine Antwort auf diese Frage gegeben. Seit über zehn Jahren hat der Diesel den Benziner bei den Neuzulassungen überholt. Teure Anschaffung, mehr Steuern, der Rußfilter und der überproportional steigende Dieselpreis relativieren aber die Sparsamkeit beim Verbrauch. Also am besten ganz weg vom Öl. Das geht auch - Umweltredakteur Martin Thiel ist schon umgestiegen! Ein Erfahrungsbericht.

Mein Erdgasauto, ein Opel Zafira, gehört zu den gemütlichen Verkehrsteilnehmern. 160 in der Spitze reicht mir persönlich völlig. Das Schöne daran: Man verbraucht kein Benzin oder Öl und fährt fast mit einem sauberen Gewissen gegenüber der Umwelt. Zwar stößt auch ein Erdgasauto Abgase in die Luft - aber deutlich weniger als normale Autos: 25% weniger vom Klimakiller CO2 zum Beispiel als der Benziner, 99% weniger Rußpartikel, also Feinstaub, als der herkömmliche Diesel.

Anschaffungspreis amortisiert sich

Das hat zwar seinen Preis. Bei der Anschaffung ist ein Erdgasauto bis zu 2500 Euro teurer als das vergleichbare Benzinmodell. Aber an der Tankstelle kommt Freude auf: Der steuerbegünstigte Erdgaspreis ist im Vergleich zu herkömmlichen Kraftstoffen nicht dem ständigen Auf und Ab ausgesetzt und liegt relativ stabil zwischen 85 und 95 Cent. Auf diese Weise spare ich gegenüber dem Benziner ca. 5 Euro auf 100 km, bei einer Laufleistung von 20 000 km sind das über 1000 Euro im Jahr. Gemeinsam mit der einmaligen Förderung durch den lokalen Erdgasanbieter (750 Euro Cash - es kann auch mehr sein), hat sich die Anschaffung nach zweieinhalb Jahren amortisiert. Dann gehen die 1000 Euro Einspaarung beim Tanken in die eigene Tasche. Und das gilt bis 2018 - so lange wird Erdgas als Kraftstoff gefördert und nur der halbe Mineralölsteuersatz berechnet.

Der Haken ist das Tankstellennetz

Das hört sich alles so toll an, gibt's denn keinen Haken? Doch den gibt's: das Tankstellennetz. In Deutschland gibt es nur knapp 1000 Erdgastankstellen. Das Netz ist in Städten wie Mainz, Koblenz, Trier und an der Autobahn auch ok. Nur auf dem Land wird's schwieriger. In Rheinland-Pfalz ist der Nordwesten um Gerolstein Erdgasdiaspora, im Südosten um Kaiserslautern und Neustadt an der Weinstraße ist das Netz relativ dicht.

Erst informieren, dann umsteigen

Man sollte also darauf achten, ob auf dem Weg zur Arbeit eine Erdgastankstelle liegt. Das wäre optimal, denn ein Umweg zum Tanken lohnt nicht. Man muss sich also informieren, wo tanke ich und wie viel fahre ich - und erst danach sollte man sich überlegen, auf ein Erdgasauto umzusteigen.

Martin Thiel

Letzte Änderung am: 12.02.2008, 19.25 Uhr



Thementag ÖlÖl sparen im Haus

Wer sich über steigende Ölpreise ärgert, kann etwas tun - zum Beispiel eine neue Heizung anschaffen. Oder sein Haus einfach so gut einpacken, dass man viel weniger braucht von diesem verflixten Öl. Sonja Kolonko hat sich in Mainz-Mombach so ein Häuschen einmal genauer angeschaut.

So kann sich eine über 120 Jahre alte Hauswand anhören, wenn sie anständig gedämmt ist. 14 cm Styropor stecken da jetzt hinter der Fassade. Als Marion Metz das kleine Häuschen vor 20 Jahren kaufte, ahnte sie noch nicht, dass das einmal nötig sein würde: "Wir haben einfach gesehen, es ist ein altes stabiles Haus mit dicken Wänden und waren uns daher einfach, ja, relativ sicher, dass es dadurch gut die Energie hält. Das war ein Irrtum!"

Zwei Monate lang eine Baustelle

Angesichts steigender Kosten für die Ölheizung entschied Familie Metz: Hier muss etwas getan werden! Was, wusste die befreundete Architektin und Energieberaterin Sabine Meyer: Ein neues Dach sollte her, die Fenster wurden ausgetauscht und die alten Bruchsteinwände gut isoliert. Über zwei Monate lang war das Haus eine einzige Baustelle. Doch es hat sich gelohnt: "Beim Öl sieht es so aus, dass wir zum ersten Mal, seit wir in diesem Haus wohnen, einen Winter übersprungen haben und kein Öl nachgetankt haben."

Alternative Pelletheizung

70% der gesamten Energiekosten spart Familie Metz dank der Sanierung, hat Sabine Meyer ausgerechnet. Und das, obwohl sie noch nicht die Heizung ausgetauscht haben. Denn die ist erst 17 Jahre alt und muss jetzt ja auch viel seltener anspringen. Sabine Meyer: "Alternativen zum Heizöl, wenn das Haus gedämmt ist, ist eben eine verbesserte Ölheizung, wenn man sagt, ich möchte meine Ölheizung oder man geht auf einen alternativen Energieträger, da wäre in dem Fall die Pelletheizung sinnvoll, weil man das Volumen für den Speicher, was man ja eben auch vorhalten muss für die Pellets, dann eben schon hat über die Öltanklagerfläche. Und das Medium an sich kostet weniger als eben das Öl."

Attraktiver Kredit als Anreiz

Aber das ist erst der nächste Schritt, schließlich haben die bisherigen Maßnahmen schon über 100 000 Euro gekostet. Marion Metz: "Bei uns war es einfach so, dass wir nach 20 Jahren schon einen Teil unseres Hauses weg hatten und neue Kredite aufnehmen konnten, die eben sehr attraktiv sind. Diese Förderungen sind dann natürlich auch ein Anreiz, dass man seinen Wohnwert entsprechend verbessert."

Energieberatung sinnvoll

Wer sein altes Haus nach der Energieeinsparverordnung auf Vordermann bringt, bekommt bei der Förderbank der Kreditanstalt für Wiederaufbau einen Kredit zu 1,75% - das lohnt sich! Außerdem können Zuschüsse beantragt werden, die sich nach der Höhe der Energieeinsparung richten. Wen jetzt die Lust packt, das eigene Häuschen auch zu sanieren, dem empfiehlt die Architektin: "Sinnvoll ist eine Energieberatung. Weil man über sein Wohnhaus sensibilisiert wird, die Schwachstellen kennen lernt und das Ergebnis einer Energieberatung ist einfach auch schon eine Kosten-Nutzen-Rechnung, in der sich darstellen lässt, wie viel muss ich denn in etwa einsetzen, um wie viel Energie zu sparen."

Zuschuss zur Energieberatung

Eine Energieberatung kostet übrigens in der Regel um die 500 Euro. Und auch dafür gibt's einen Zuschuss: Die Bafa, die Bundesanstalt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, gibt 175 Euro dazu. Einen passenden Energieberater finden Rheinland-Pfälzer im Internet unter: www.unser-ener.de.

Sonja Kolonko

Letzte Änderung am: 12.02.2008, 19.25 Uhr



Thementag ÖlTreibstoff aus Müll

Wie werden wir unabhängig vom Öl - das wird auch an den Zapfsäulen der Tankstellen überlegt. Biosprit aus Zuckerrohr, Mais oder Soja sind gefragt. Aber auch umstritten, weil sie Pflanzen vom Feld nutzen und damit eine Konkurrenz zur Produktion von Nahrungsmitteln bedeuten. Wie praktisch wäre es, wenn wir aus dem, was sowieso keiner mehr will Treibstoff machen könnten: aus unseren Abfällen. Das geht - eine Firma in Konz bei Trier vertreibt Anlagen, die Diesel aus Müll machen. Alice Thiel-Sonnen hat sich dort umgesehen.

Unser Treffpunkt hat überhaupt nichts von Chemieanlagen-Ambiente - es ist im Foyer eines Hotels. Denn die Idee, aus Abfällen Sprit zu produzieren, gibt es in Deutschland nur als Forschungs- und Versuchsanlagen. Kanada arbeitet schon damit und macht Treibstoff aus Resten der Autoentsorgung: Kunststoffe, Kabel, Isolierungen, schildert Rainer O. Lange die bisherigen Praxiserfahrungen.

Sogar Krankenhausmüll wird verwertet

Langes Firma NOVOINVEST in Konz vertreibt die Anlagen, die fast so was wie Allesfresser sind: "Am erträglichsten sind natürlich Öle, Fette, industrielle Abfälle dieser Art; mit etwas geringerer Ausbeute der ganze Bereich der Kunststoffabfälle. Es können sehr wohl gemischte Stoffe eingetragen werden. Wir präsentieren zum Beispiel KDV-Verfahren mit geschreddertem Krankenhausmüll, wo also von den Windeln über die Einwegspritzen alles zermahlen da hineingeht, da ist festzustellen, dass eine sehr hohe Ausbeute an Dieselkraftstoff daraus resultiert."

Der Treibstoff erfüllt europäische Qualitätsnormen

Katalytische drucklose Verölung – kurz KDV - nennt sich das Verfahren. Hinein in den gut 300 Grad heißen Reaktor kann alles, was Kohlenstoffe enthält. Ein Mineralstoffgemisch als Katalysator bringt die Reaktionen in Gang: aus den langen Molekülketten werden kürzere Kohlenstoff-Molekülketten geschnitten - verdampft und destilliert kommt am Ende Diesel raus. Ein Treibstoff, der europäische Qualitätsnormen erfüllt. Übererfüllt, betont Rainer O. Lange: "Insbesondere sind die Cetanzahlen höher als die an den Tankstellen in der Regel angebotenen, das heißt also bei der Verwendung für automobile Antriebszwecke würde der KDV-Diesel sogar einen niedrigeren Verbrauch oder eine höhere Leistung erbringen."

Keine Schadstoffprobleme bei der Herstellung

Mit rund 23 Cent pro Liter Produktionskosten wäre der synthetische Treibstoff aus Müll auch recht günstig – vor allem im Vergleich zum synthetischen Diesel aus Biomasse. Die Idee, Abfälle für die Dieselproduktion zu nutzen, ist nicht neu. Aber die bisherigen Verfahren, wie die Pyrolyse, produzieren neben Sprit auch noch unerwünschte Schadstoffe. Obwohl auch in KDV-Anlagen ja Altreifen, PVC-Kunststoffe oder belastete Fette kommen, gibt es hier keine Schadstoffprobleme, erläutert Rainer O. Lange: "Durch den Ionenaustausch werden zum Beispiel gefährliche Chlorverbindungen in PVC und PBC-Kunststoffen eben nicht zu Dioxinen und Furanen umgeformt, sondern zu harmlosen Salzen."

120 Kilo Müll ergeben 100 Kilo Diesel

Anlagenerfinder ist Dr. Christian Koch. Er hat die Patente auf das Verfahren, an dem er rund 30 Jahre getüftelt hat. Seine Schätzungen: 120 Kilo Kunststoffmüll ergeben 100 Kilo Diesel. Nimmt man die anderthalb Millionen Tonnen Abfall, die in Deutschland pro Jahr anfallen, könnten damit gut zehn Prozent des bundesweiten Dieselbedarfs gedeckt werden.

Weitere Informationen zum KDV-Verfahren bei der Müllverwertung bekommen Interessierte bei der Fa. NOVOINVEST in Konz - unter der E-Mail-Adresse: info@novoinvest.de.

Alice Thiel-Sonnen

Letzte Änderung am: 12.02.2008, 19.25 Uhr



Thementag ÖlAuf dem Weg in eine ölfreie Zukunft

Das Erdölzeitalter neigt sich seinem Ende zu. Und damit auch die Nutzung fossiler Energie. Wie geht's weiter, wenn kein Öl mehr da ist? Werner Eckert entwirft eine Vision für eine Zukunft ohne fossile Energie - aus der Sicht von Rheinland-Pfalz.

Lange bevor der letzte Liter Öl verbraucht wird, geht in Rheinland-Pfalz das Ölzeitalter zu Ende. Denn: es ist nicht wichtig, ob noch etwas Öl da ist, sondern, ob es noch bezahlbar ist. Und ob nicht andere Lösungen im Vergleich zu Öl billiger sind. Rheinland-Pfalz ist zu Beginn des 21. Jahrhunderts ein "Energiejunkie": angewiesen auf die Spritze von außen. Öl, Kohle, Gas - alles Importe.

Eine Menge ungenutzte Energie im Land

Und dabei hat das Land selbst eine Menge ungenutzter Energie: Holz – vor allem. Das Waldland unter den Bundesländern ist auch ein Holzland und nutzt das noch nicht voll. Nur 10% des Häcksels aus öffentlichen Anlagen werden heute verbrannt. Der Rest verrottet. Die Wärme unter der Erde ist das zweite. Im Rheingraben ist die Kruste dünn und die Hitze groß. Nicht nur in Landau, wo heute schon ein Geothermiekraftwerk steht. Wind, Sonne, Wasser - dank neuer Speichersysteme werden auch die einen größeren Beitrag leisten können.

Kleine dezentrale Einheiten statt großer Kraftwerke

Wenn das Öl teurer wird, dann werden immer mehr synthetische Brennstoffe aus Erdgas und nachwachsenden Rohstoffen dazu kommen, die Technik ist da, nur bislang sind die Produkte teurer als Benzin. Wichtiger ist: der Umgang mit Energie wird anders werden. Eigentlich müssten keine großen Kraftwerke im Land gebaut werden. Viel besser sind kleine, dezentrale Einheiten, deren Abwärme als Heizung genutzt werden kann. Am virtuellen Kraftwerk – elektronisch gekoppelt aus vielen kleinen Anlagen in den Händen der Menschen – arbeitet das Land schon.

Vorhandenen Wohnraum besser nutzen

Statt neu zu bauen werden die meisten Rheinland-Pfälzer Altbauten so sanieren, dass sie kaum noch Heizung brauchen. In diesem Land gibt es mehr vorhandenen Wohnungsraum als in den meisten anderen. Das spart enorme Energiemengen. Und schließlich ist die billigste Energie die, die gar nicht gebraucht wird. Und da ist noch am meisten drin.

Die Menschen werden anders mobil sein

2030 werden die Menschen anders mobil sein, weniger im Auto, und wenn, dann nicht allein. Wenn die Pendlerpauschale erst einmal gestrichen ist – und das wäre das wichtigste –, dann kommen Menschen und Arbeit besser zusammen. Ein oder zwei Tage die Woche Arbeit zu Hause am Bildschirm, das können viele - und das reduziert den Energieverbrauch beim Pendeln um 20% oder 40%.

Hahn verschlimmert die Energiebilanz

Viel hängt übrigens davon ab, ob man den Flughafen Hahn als Rheinland-Pfälzer ansieht oder als nationalen Besitzstand. Denn wer sich den anrechnen lassen muss, der kommt kaum auf einen grünen Zweig. Auch wenn in diesem Jahr der erste Verkehrsflieger mit Biokraftstoff starten soll. Nicht vom Hahn übrigens...

Werner Eckert

Letzte Änderung am: 12.02.2008, 19.25 Uhr



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